Grund zum Feiern beim Brugger Modelleisenbahn-Club (BMC): Zum 40. Geburtstag haben die Gäste am Freitagabend einen Augenschein genommen bei der stattlichen Spur-0-Anlage im Dachgeschoss des Kornhauses in der Unteren Hofstatt. Kaum standen die Türen offen, herrschte reges Treiben, zeigten sich die Anwesenden beeindruckt und begeistert von den Zugkompositionen, der Technik sowie den Landschaften mit den zahlreichen liebevollen Details.

Das Interesse an Modelleisenbahnen sei im Vergleich zu früher zwar etwas abgeflacht, es sei nicht mehr ganz einfach, auch die Jüngeren anzusprechen, sagt Vorstandsmitglied Christof Perren, selber 23 Jahre jung. Trotzdem: Bei den Anhängern von Modelleisenbahnen, einer eingeschworenen Gemeinschaft, sei die Faszination nach wie vor gross.

Für viele Fans ein Traum: Die Modelleisenbahn in Aktion.

Unzählige Arbeitsstunden

Es handle sich um ein vielseitiges Hobby, sind sich Perren und Gründungsmitglied Robert Michel einig. Gefragt seien in erster Linie Geschick und Geduld. Kein Wunder: Sämtliche Komponenten bauen die Mitglieder in mühevoller Handarbeit in unzähligen Stunden von Grund auf selber – mit Ausnahme von Motoren, Kupplungen und Puffern. Es kann lange dauern, bis ein Projekt abgeschlossen ist. Am stolzen Viadukt beispielsweise wurden ganze sieben Jahre gearbeitet.

Die Mitglieder gehören den unterschiedlichsten Berufsgattungen an – das Spektrum reicht vom Elektriker bis zum Arzt. Jeder kann seine Fähigkeiten und sein Wissen in demjenigen Bereich einbringen, der ihm liegt. «Jeder hat seine ganz eigenen Interessen. Wir ergänzen uns gut», sagt Michel. Heute zählt der Club übrigens 104 Mitglieder. Zweimal pro Woche wird gearbeitet.

Gegründet wurde der BMC ursprünglich in Baden. Es folgte der Umzug ins Dachgeschoss des Kornhauses und 1978 begann der Bau der Spur-0-Anlage. Heute ist es die grösste ihrer Art in der Schweiz. Dieser Umstand, geben Perren und Michel mit einem sympathischen Lachen unumwunden zu, mache sie schon auch stolz.

Elektronik hält Einzug

Verändert hat sich seit den Anfängen, blicken sie zurück, vor allem die Technik. Kam früher ein Trafo zum Einsatz, haben heute Elektronik und Computersteuerung Einzug gehalten.

Die Arbeit wird den Mitgliedern so schnell nicht ausgehen, versichern Perren und Michel mit einem Schmunzeln. Es bestehe ein Bauplan und es gebe noch viele Ideen – vom Bau von neuen Landschaften und Städten bis zu einer Erweiterung. Überdies eröffne die neuste Elektronik-Generation viele Möglichkeiten. Kurz: Die Freude an Modelleisenbahnen werde einem in die Wiege gelegt, sagen Perren und Michel. «Und wen die Leidenschaft einmal gepackt hat, den lässt sie nicht mehr los.»

Am nächsten Wochenende öffnet der Brugger Modelleisenbahn-Club die Türen im Dachgeschoss des Kornhauses für alle Interessierten.

Öffentliche Vorführungen Freitag, 13. November, 18 bis 21 Uhr; Samstag, 10 bis 18 Uhr; Sonntag, 12 bis 17 Uhr; Eintritt: Erwachsene: 5 Franken; Kinder: 1 Franken; Familien: 8 Franken.