Seit der Eröffnung des Campussaals im Herbst 2013 haben 71 000 Personen einen Kulturanlass, eine Versammlung oder einen Kongress im zentral gelegenen Veranstaltungsort in Brugg-Windisch besucht. Co-Geschäftsleiterin Kathrin Kalt blickt auf ein intensives 2016 zurück. Die Zahl der Veranstaltungen konnte erneut gesteigert werden und umfasste letztes Jahr 66 Anlässe (siehe Grafik). Auch die Besucherzahl war mit 24 030 Personen so hoch wie noch nie (Vorjahr: 22 398). Im Durchschnitt nahmen bisher 341 Gäste an einem der insgesamt 207 Events im Campussaal teil.

Bevölkerung als Zielgruppe

Meistens handelte es sich bei den Anlässen um Kongresse, Tagungen oder Versammlungen. Sieht man sich den Branchen-Mix genauer an, so kommen am meisten Kunden aus dem Bereich Bildung und Forschung, gefolgt von Verbänden. An dritter Stelle stehen Behörden und Politik sowie knapp dahinter Banken und Versicherungen. Als Besonderheiten im letzten Jahr erwähnt Kathrin Kalt fünf Hochzeitsfeiern, eine Abdankungsfeier, das VIP-Package der Oper Schenkenberg sowie die beiden Eigenveranstaltungen «Campussaal Varieté» und «Campussaal Winter-Night».

Das «Campussaal Varieté» wird im Herbst 2017 wiederholt. Zielgruppe ist laut Kathrin Kalt die Bevölkerung von Brugg und Windisch sowie aus der Region. Das Gleiche gilt für die Kulturnacht der Vereine aus der Region Brugg, die erstmals am 17. und 18. März über die Bühne gehen wird. Der Eintritt ist kostenlos.

Als Herausforderung bezeichnet Kalt den Umstand, dass sich die ganze Event-Branche immer höheren und komplexeren Anforderungen stellen muss. «Die Veranstaltungen müssen spektakulär und einmalig sein. Gleichzeitig wird eine effiziente Umsetzung mit grosser Breitenwirkung erwartet», betont die Co-Geschäftsleiterin. «Dass wir bereits ein grosses Vertrauen als Location- und Beratungspartner aufgebaut haben, ist eine ausserordentliche Chance für den Campussaal.» Und wie lassen sich die letztes Jahr massiv höheren Betriebskostenbeiträge der Gemeinden Brugg und Windisch gegenüber 2015 erklären? Kathrin Kalt verweist an die Campussaal Immobilien AG (CIAG), da diese Beiträge mit dem Campussaal-Betreiber «gar nichts zu tun haben». Vielmehr handle es sich dabei um Immobilienaufwände.

Zwei Firmen mit Saal beschäftigt

CIAG-Präsident Martin Wehrli verweist die az an die Campussaal Betriebs AG (CBAG) und lässt gleichzeitig durchblicken, dass beide Firmen zu den Zahlen für das Jahr 2016 keine Stellung nehmen können, weil derzeit die Jahresabschlüsse noch nicht vorliegen. Sobald die Abschlüsse erstellt seien, würden diese – in den beiden Firmen getrennt – den Verwaltungsräten zur Genehmigung unterbreitet. Braucht es von Seite Trägerschaft dieses komplizierte Konstrukt mit CIAG und CBAG? Könnten diese Firmen nicht zusammengelegt werden? Diese Fragen sind relevant, weil die Einwohnerräte von Brugg und Windisch im März und die Stimmbürger im Mai über die weiteren Betriebskostenbeiträge für den Campussaal entscheiden werden.

Martin Wehrli verweist auf die unter der Leitung von Stadtrat Leo Geissmann eingesetzte Task-Force und sagt: «Diese hat entsprechende Anträge an den Stadtrat Brugg und den Gemeinderat Windisch gestellt.» Danach gehe das Geschäft in die beiden Einwohnerräte.

Bei der Recherche hat sich gezeigt, dass die kürzlich publizierte Liste mit den mietfreien Nutzungen des Campussaals unvollständig war. Unter dem Label der Patronatsgemeinden fanden 2016 neun und nicht bloss sechs Events statt. Dennoch wurde das Kontingent mit zehn mietfreien Anlässen pro Jahr nicht ausgeschöpft.