«Restaurant Jägerstübli» steht zwar immer noch in grossen Frakturbuchstaben über dem Eingang. Im «Jägerstübli» in Brugg-Lauffohr werden aber schon seit einiger Zeit keine Gäste mehr bewirtet. Der «Ruhetag», auf den die Tafel vor dem Hause hinweist, hat sich zum Dauerzustand entwickelt.
Das Restaurant, das sich einst nicht nur bei Handwerkern und Chauffeuren grosser Beliebtheit erfreut hatte, ist bereits seit Jahren geschlossen. Jetzt sollen aber sozusagen wieder Gäste einziehen. Der Kanton will im «Jägerstübli» Asylsuchende unterbringen.
Auf der Bauverwaltung der Stadt Brugg liegt derzeit das Gesuch des Departementes Gesundheit und Soziales des Kantons für die Umnutzung des Restaurants in eine Unterkunft für Asylsuchende und für die erforderlichen geringfügigen baulichen Anpassungen – Kostenpunkt rund 15000 Franken – auf. Neben der Infrastruktur des ehemaligen Restaurants werden im Gebäude insgesamt sieben Zimmer zur Verfügung stehen.
«Grundsätzlich geeignet»
«Grundsätzlich ist die Liegenschaft für die vorgesehene Nutzung geeignet», ist dieser Zeitung auf die Nachfrage hin vom Departement Gesundheit und Soziales erklärt worden. «Es braucht nur vergleichsweise geringe Investitionen, um sie betriebsbereit zu machen. Das Umnutzungsgesuch wurde eingegeben und publiziert.» Wie zudem zu erfahren war, ist der Mietvertrag mit dem Besitzer der Liegenschaft auf eine Dauer von drei Jahren abgeschlossen worden.
Platziert werden sollen im ehemaligen Restaurant 35 bis 40 Asylsuchende. Die Unterkunft wird mit einer Tagesbetreuung ausgestattet; zudem gibt es einen Nachtdienst.
Ladenpläne begraben
Mit der Umnutzung als Unterkunft für Asylsuchende wird das «Jägerstübli» jetzt gewissermassen aus einem Dornröschenschlaf aufgeweckt. In diesen Schlaf verfallen schien es, nachdem sich Pläne, das Gebäude abzubrechen und auf dem rund 32 Aren grossen Grundstück, das in der Wohn- und Gewerbezone liegt, einen Denner-Fachmarkt zu erstellen, offensichtlich nicht realisieren liessen.
Im Herbst 2009 lag zwar das Baugesuch einer Zuger Immobilienfirma für diesen Fachmarkt mit einer Verkaufsfläche von rund 500 Quadratmetern auf. Gemäss den damaligen Aussagen des Immobilien-Entwicklers war die Eröffnung des Ladens Mitte 2010 vorgesehen. Die Pläne sollten dann allerdings buchstäblich in der Schublade verschwinden.