Vom Olympiateilnehmer bis zum Hornusser, der letzte Saison in die 3. Liga aufgestiegen ist, war bei der Sportlerehrung im Brugger Salzhaus am Donnerstagabend alles vertreten. Geehrt wurden Einzelsportlerinnen und -sportler mit 100 Franken – egal ob Europameisterin im Karate bei der Elite oder Schweizer Meisterin im Tennis ü50 – sowie Teams mit 150 Franken.

Der Anlass zeigte die riesige Breite des Brugger Sports auf, genauso auch die riesigen Unterschiede. Es vermochte teilweise etwas seltsam anmuten, dass ein Olympiateilnehmer, Schweizer Meister und international erfolgreicher Judoka auf dieselbe Stufe gestellt wird wie ein Sieg bei den Tennis-Seniorinnen, ohne an dieser Stelle deren Leistung schmälern zu wollen.

Gleichbehandlung ist Absicht

Die Gleichbehandlung ist die Absicht des Organisationsteams der Sportlerehrung rund um Stadtrat Willi Däpp (SP), Einwohner- und Grossrat Jürg Baur (CVP) und Verwaltungsmitarbeiter Martin Rauber. Sie wissen auch, dass die 100 Franken keinen dieser Sportler auf das nächste Podium hieven werden. An der Sportlerehrung soll Spitzen- wie auch Breitensport gleichermassen eine Plattform erhalten. «Es ist wichtig, dass unsere Sportler wissen, dass ihre Leistungen wahrgenommen werden», sagte Willi Däpp. Trotzdem würde eine Abstufung, eine Rangierung dem Event vielleicht guttun, so plätscherte er nämlich ohne richtigen Höhepunkt vor sich hin.
Schade, denn herausragende Leistungen gab es im Jahr 2016 allemal. Eine, die mit grandiosen Leistungen überzeugen konnte, ist Karateka-Europameisterin Elena Quirici. Anfang Mai erfüllte sie sich mit dem Europameistertitel einen lange gehegten Wunsch. Den Titel widmete sie ihrer Grossmutter, wie sie in einem Video erklärte:

«Diese Goldmedaille habe ich für meine Grossmuttter gewonnen»: Elena Quirici über ihren Sieg, den Empfang in Brugg und die kommenden Ziele.

Elena Quirici ist zudem als Aargauer Sportlerin des Jahres nominiert. Die Karateka konnte an der Sportlerehrung im Brugger Salzhaus allerdings nicht dabei sein, weil sie zurzeit für einen Wettkampf in Paris weilt. Sie entschuldigte sich via charmanter Videobotschaft:

«Ich sitze gerade in einem stinkigen Vorzimmer»: Elena Quiricis Videobotschaft aus Paris.

Grossartiges hatte auch das Brugger Judo Team geleistet. Zum zehnten Mal in Folge holten die Brugger Judoka den Schweizermeister-Titel in der Elite. Ingesamt zum 14. Mal. Es ist eine Dominanz, die sogar den FC Basel vor Ehrfurcht erstarren lässt. Brugg und Judo, das passt zusammen. Kein Wunder also, dass auch an der Sportlerehrung der Stadt Brugg Judo das dominierende Thema war.

Einerseits wurde natürlich das Brugger Judo Team geehrt, andererseits erhielt Ciril Grossklaus, der erstmals an den Olympischen Spielen teilnahm, spezielle Aufmerksamkeit. Hunderte von Trainingsstunden investierte er in seinen grossen Traum von der Teilnahme an den Olympischen Spielen: 

Trainingsbesuch bei Ciril Grossklaus

Doch vor Ort in Brasilien reichte es nur für einen Kampf. Trotzdem hat Grossklaus gute Erinnerungen an diese Erfahrung. "Die Eröffnungsfeier war grossartig. Da dabei zu sein, macht einen mächtig stolz", erzählte Grossklaus. "Stolz darauf, das eigene Land zu vertreten. Ich dachte: 'Wow, ich habe es hierher geschafft.'"

AKB unterstützt Nachwuchssportler finanziell

Auch der Nachwuchssportler kommt aus den Reihen der Brugger Judoka. Der 16-jährige Daniel Eich meldete sich im Jahr 2016 eindrücklich zurück. Im Jahr zuvor konnte er kaum Wettkämpfe bestreiten, da er fast permanent mit Verletzungen zu kämpfen hatte. In seiner ersten richtigen Saison in der Kategorie U18 holte er bei jedem Wettkampf, an dem er antrat, eine Medaille. Auch an seinem ersten internationalen Turnier in Eindhoven (NED) schaffte er den dritten Rang. "Er ist ein Versprechen für die Zukunft", meinte auch David Lauber von der Aargauischen Kantonalbank (AKB), die dem Nachwuchssportler einen Scheck über 1000 Franken überreichte.

Diese Sportlerinnen und Sportler wurden geehrt

Einzelsportler

Karate: Luca Rohner, Elena Quirici, Maya Schärer, Dielza Uluri, Luca Spitz.

Tennis: Michelle Paroubek

Judo: Daniel Eich, Tobias Meier, Robin Delimar, Michael Kistler, Patrick Moser, Ciril Grossklaus.

Kanu: Sabine Eichenberger.

SLRG Baden-Brugg: Manuel Saxer, Ivan Cheptiakov.

Mannschaften

Pétanque: Heini Weigl und Michel Daunois (Vetereanen-Doublette)

SLRG Baden-Brugg: Damen Overall mit Olivia Baer, Ornella Byland, Lisa Pozzi, Karin Späti, Katrin Wyss, Karin Zehnder. Herren Overall mit Michael Beck, Ivan Cheptiakov, Andreas Kohler, Manuel Saxer, Manuel Zöllig.

Tennisclub Brugg: Team Paddel mit Ibrahim Fetov und Jorge de la Riva.

Judo: Judo Team Brugg mit Rey Bähler, Michael Iten, Naïm Matt, Tobias Meier, Patrick Moser, Michael Kistler und Ciril Grossklaus.

Fussball: FC Brugg Junioren B (Aufstieg in Coca-Cola-Junior League)

Hornussen: Hornussergesellschaft Baden Brugg mit Samuel Aeschlimann plus 17 weiteren.

Nachwuchstalent

Judo: Daniel Eich