Oberflachs
Aktualisiert am 03.02.11, um 06:50 von Tabea Baumgartner
 

Aargauer Huskys gewinnen Europas härtestes Schlittenhunderennen

Schlittenhunde-Gespann mit den sechs Huskys auf der Rennstrecke im tschechischen Wald. Janine Eichmann
Erfolg für Aargauer Husky-Besitzerin: Janine Eichmann siegte mit ihren sechs Hunden am Schlittenhunderennen in den Tschechischen Wäldern. Die Strecke ging über 213 Kilometer. von Tabea Baumgartner
 

In den weiten Wäldern der Tschechischen Republik fand letzte Woche das härteste Schlittenhunderennen Europas statt: «Sedivacuv Long». Mit dabei war die 28-jährige Janine Eichmann aus Oberflachs: Sie legte mit ihren sechs Huskys 213 Kilometer durch die Wildnis zurück. Als eine der wenigen Frauen in einem internationalen Startfeld gewann Eichmann souverän. Im letzten Jahr hatte sie den 2.Rang erreicht. «Die Hunde waren topmotiviert und sind super gelaufen», berichtet die Oberflachserin. Sie waren damit sogar schneller als alle 8er- und 12er-Gespanne.

Biwakieren bei minus 17 Grad

Zusammen mit ihrem Partner Andy Matsch und den Huskys reiste sie an die tschechisch-polnische Grenze. «Im Vorfeld fragt man sich: Hat man mit den Hunden genug trainiert?», sagt Eichmann. Doch das Team war gut vorbereitet und gab Vollgas: «Am Morgen waren sie jeweils voller Vorfreude auf die kommende Strecke.»

Das Langstreckenrennen bestand aus vier Etappen, einmal mussten alle Rennteilnehmer draussen im Schnee biwakieren. «Es war eisig kalt», erzählt Eichmann. «Das Thermometer zeigte minus 17Grad.» Ihr Gespann führte die Rangliste vor der letzten Etappe an. «Ein Rennen mit Hunden ist jedoch unberechenbar», sagt Eichmann – ein Vorsprung von einer Stunde bedeute noch längst kein Sieg. Dennoch hat es gereicht: Das Team setzte sich gegen alle 21Teilnehmer durch. «Die letzten 35Kilometer waren traumhaft», berichtet Eichmann. «Das Wetter war wunderschön, die Hunde sind sogar bergauf galoppiert!» Nach nur zwei Stunden erreichten sie das Ziel – müde, aber glücklich und zufrieden.

Genuss der wilden Landschaften

Der Sieg sei jedoch nicht das Entscheidende: «Am Schönsten ist es, wenn ich mit allen Hunden ins Ziel fahre und kein Tier wegen Verletzung oder Müdigkeit aufgeben musste.» Die Motivation der Huskys habe nie nachgelassen. «So konnte ich die wilden Landschaften richtig geniessen.» Man müsse schon naturverbunden sein. «Manchmal habe ich vier Stunden lang keine Menschenseele getroffen.» Kommende Woche geht es nach Deutschland: Dort erwartet sie eine Strecke von 250 Kilometern.

(az Aargauer Zeitung)
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