Diesen Sommer beginnen die Bauarbeiten für die Erweiterung der Schulanlage Rütihof. Bald werden dazu schon die ersten Bäume gefällt – und wiederverwertet: Aus den Nussbäumen werden perkussionsartige Stäbe gefertigt, die Apfelbäume werden zu Lockrufpfeifen für Singvögel verarbeitet. So sieht es der Aargauer Künstler Lorenz Schmid vor, der den Wettbewerb für das «Kunst und Bau»-Projekt für sich entscheiden konnte. Zuerst müssen die Bäume aber noch zwei Jahre trocknen.

Der Künstler hat mit seiner Arbeit «Juglantiphon und Vogelschar» unter anderem aus zwei Gründen überzeugt, wie Projektleiterin Roxana Blocher sagt: «Einerseits werden mit den gefällten Bäumen vorhandene Ressourcen genutzt.»

Andererseits habe seine Arbeit auch einen besonderen pädagogischen Anteil: «Die Schüler werden durch die Instrumente ins Projekt miteinbezogen.» Die perkussionsartigen Stäbe werden ausserhalb der neuen Gebäude neben den Hauseingängen angebracht. Mit Stöcken können die Schüler in der Pause verschiedene Klänge erzeugen. Zudem erhält jeder neue Schüler eine Lockrufpfeife. «Die Schüler haben so eine Erinnerung an die Schulzeit.»

Für den Künstler Oliver Schmid war schnell klar, dass er das Holz weiterverarbeiten möchte. «Bei einer Schülerumfrage kam zudem heraus, den Wald mehr in den Unterricht miteinzubeziehen», sagt Schmid. Die Idee, aus den Bäumen Instrumente zu machen, kam ihm, als er in einer Pause einen Schüler auf einem Xylofon spielen sah.

185'000 Franken für Kunstprojekt
Beim Erweiterungsprojekt Schulanlage Rütihof werden Schule, Kindergarten und Tagesstrukturen an einem Ort zusammengeführt. In einer ersten Etappe wird das blaue Schulhaus rückgebaut und die beiden Neubauten werden erstellt. Die Arbeiten dazu beginnen in diesem Sommer und dauern ungefähr ein Jahr. Danach ziehen die Schüler in die neuen Gebäude und das gelbe Schulhaus sowie der Kindergarten Tobelacher werden umgebaut. Die beiden neuen Schulhäuser bilden am Schluss zusammen mit dem alten, gelben Schulhaus und der bestehenden Mehrzweckhalle einen Gebäudekomplex.
Das Badener Stimmvolk genehmigte den Baukredit von 16,3 Millionen Franken am 16. Juni 2015 klar mit 81 Prozent Ja-Stimmen. Darin enthalten sind auch die 185 000 Franken für das Projekt «Kunst und Bau».