Wohlen
Aktualisiert am 17.02.12, um 06:10 von Fabian Hägler
 

Weiterhin kein direkter Bus von Wohlen nach Baden

Pendler, die von Wohlen nach Baden wollen, müssen weiterhin die Linie 336 benützen und in Stetten oder Mellingen Heitersberg umsteigen. kob
Eine direkte Busverbindung von Wohlen nach Baden und Schnellbusse zu den Stosszeiten – das verlangte die SP Wohlen im November 2009 in einem Postulat. Doch Kanton Aargau und Gemeinde Wohlen sprechen sich eindeutig gegen eine neue Buslinie nach Baden von Fabian Hägler
 

Der Wohler Gemeinderat ist sich zwar bewusst, dass die Verbindungen nach Baden nicht optimal sind. «Die Fahrzeiten sind zu lang, zudem muss umgestiegen werden», räumt er im Bericht und Antrag zum SP-Postulat ein.

Für den Gemeinderat ist aber klar: «Es gehört grundsätzlich nicht zu den Aufgaben einer Gemeinde, Angebote des öffentlichen Regionalverkehrs über Gemeindegrenzen hinweg allein, ohne Kantonsbeteiligung, zu finanzieren und zu koordinieren.»

Priorität bei lokaler Erschliessung

Zudem könnten wohl nur wenige Einwohnerinnen und Einwohner von Wohlen von einem solchen Angebot direkt profitieren. Die Gemeinde sei primär für die gute lokale Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr zuständig, schreibt der Gemeinderat, und verweist auf den Ausbau beim Ortsbus auf den Fahrplanwechsel im vergangenen Dezember.

Zudem könne sich Wohlen «aufgrund der angespannten Finanzlage» nicht allein an den Kosten einer direkten Busverbindung beteiligen. Die Behörde hält fest, die Einrichtung einer solchen Linie sei Aufgabe des Kantons.

Kanton sieht geringes Potenzial

Die Verantwortlichen bei der Sektion Öffentlicher Verkehr in Aarau winken aber ab. «Der Kanton wird sich analog vergleichbarer Fälle nicht an der Finanzierung beteiligen», ist einer Stellungnahme zu entnehmen.

Der Kanton bezweifelt, dass genügend Pendler die neue Linie nutzen würden. Deshalb ist laut der Sektion Öffentlicher Verkehr das Kosten-Nutzen-Verhältnis nicht gegeben. «Auch der Fahrzeitgewinn ist eher marginal», führt der Kanton einen weiteren Punkt auf.

Zudem würden bestehende Bahn- und Busangebote auf dieser Linie konkurrenziert. Diese Aussagen basieren auf Offerten von Postauto Nordschweiz.

Dabei gab es drei Varianten: Direktkurse nur am Abend würden 106000 Franken kosten. So würde das Problem behoben, dass heute am Abend die Anschlüsse in Stetten häufig nicht eingehalten werden können, weil in der Region Baden sehr viel Verkehr herrscht.

Die Verlängerung der Schnellbuslinie Baden–Stetten–Baden nach Wohlen mit drei Direktkursen am Morgen und Abend würde 143000 Franken kosten. So würde sich die Fahrzeit gegenüber Kursen mit Umsteigen um rund 10 Minuten verkürzen.

Eine vollwertige neue Linie mit Stundentakt zwischen 5.17 Uhr und 19.17 Uhr von Montag bis Freitag wäre mit 822000 Franken am teuersten.

Eine vierte Möglichkeit wäre die Verlängerung der Linie Wohlen–Stetten–Mellingen Heitersberg bis Baden. Mit einer Fahrzeit von über 50 Minuten wäre dies aber nicht attraktiv.

(az Aargauer Zeitung)
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