Baden
Aktualisiert am 03.02.12, um 12:44 von Michelle Cechmanek
 

So trotzen Sie der sibirischen Kälte

Badener Krippenkinder tapsen vorsichtig über den Bahnhofplatz zurück in die Wärme.rek
Die az empfiehlt Gefrierschutzmittel, eine warme Jacke und gutes Schuhwerk. Temperaturen bis zu minus 20 Grad Celsius lassen die Schweizerinnen und Schweizer mit den Zähnen klappern. Eigentlich bleibt man lieber zu Hause, als raus zu gehen. von Michelle Cechmanek
 

Und plötzlich sind sie wieder da: die eisige Kälte und die gnadenlose Biese verschonen niemanden, der sich nach draussen wagt.Trotzdem zwingt uns die Realität hinaus auf die glatten und kalten Strassen. Die az hat bei Experten nachgefragt und Tipps und Tricks eingeholt, die den sibirischen Alltag erträglicher machen.

Wenn das Auto friert

Wenn es kalt ist und es draussen gefriert, kann es vorkommen, dass das Schloss der Autotür einfriert und sich dieses mit blossem Schlüssel nicht mehr aufschliessen lässt. Salvatore Di Prima, Geschäftsführer der Firma S-Automobile in Brugg, weiss Rat: «Vor dem Kälteeinbruch sollte das Schloss mit Enteiser eingesprüht werden. Genauso sollen Türdichtungen mit Silikon behandelt werden, damit man die Türe überhaupt öffnen kann.» Im Winter sei grundsätzlich zu beachten, dass unbedingt Gefrierschutzmittel für das Motorkühlwasser, wie auch Kältemittel für das Scheibenwaschwasser, hinzugemischt werden. Di Prima rät ebenfalls die Startbatterie zu prüfen, falls diese älter als drei Jahre ist: «Es kann durchaus vorkommen, dass das Fahrzeug bei Minustemperaturen nicht mehr anspringt.»

Wer sich vor der kalten Autofahrt lieber drücken möchte und die Heizung vor der Abfahrt anstellt und das Fahrzeug nochmals verlässt– sei es auch nur zum Scheibenkratzen – , sollte sich lieber warm anziehen. Dieser umweltschädliche Leichtsinn ist strafbar und kann wegen «unnötigem Aufwärmen des Motors» gebüsst werden.

Pflanzen haben sich angepasst

Weniger umständlich als Autos sind die einheimischen Pflanzen. Die frostigen Temperaturen sind somit für sie und für die Stadtökologen kein Problem, wenn nicht sogar ein Segen. Georg Schoop, Leiter der Stadtökologie Baden, erklärt, dass dieser Temperaturabschlag für die Vegetation nichts Besonderes sei. «Schliesslich ist es ja immer noch Winter und die einheimischen Pflanzen sind auf dieses Klima eingestellt. Sobald die Sonne ein bisschen scheint, kondensiert das Wasser im Boden und die Wurzeln saugen dieses problemlos auf.» Auch für die Arbeit im Wald sei das Wetter von Vorteil. Der hart gefrorene Boden ist viel widerstandsfähiger. Auf diese Weise könne man problemlos mit den schweren Maschinen arbeiten und sich bewegen, so Schoop.

Reben und Gemüse freuts

«Grundsätzlich ist es gut, wenn es einmal über mehrere Tage richtig kalt ist», sagt Fredi Umbricht, Gemüsebauer aus Untersiggenthal. Die tiefen Temperaturen würden nämlich die Schädlinge, Schnecken und auch die Mäuse-Population reduzieren. Wer noch Nüsslisalat im Beet habe, decke ihn aber besser ab. Auch sein Bruder Pirmin Umbricht sieht als Rebbauer keinen Grund zur Sorge: «Bei den Rebstöcken wird es erst ab 20 Grad minus kritisch.» Jungreben seien etwas empfindlicher. Die könne man «unten» etwas einpacken beziehungsweise anhäufen, wenn es noch kälter würde. Und wer nicht grosse Rebflächen habe, könne ruhig mit dem Schneiden zuwarten, denn «ungeschnittene Reben überstehen frostige Zeiten besser», weiss der Fachmann.

Wenn salzen nicht mehr nützt

Ab Temperaturen unter minus acht Grad Celsius wirkt Streusalz nicht mehr und es müssen Zusätze beigemischt werden. Dieser Einsatz von Zusatzmitteln erfolgt aber sporadisch. Thomas Stirnemann, Leiter des Werkhof Baden, rät zur «Eigenverantwortung». Zu viele Leute hätten ein Schuhwerk mit ungenügendem Sohlenprofil. «Heutzutage weiss man genug früh, wie das Wetter morgen wird, so kann man entsprechend voraus planen.» Auch die Suva warnt vor ungenügender Vorbereitung und Unachtsamkeit: «Im Winter verletzen sich mehr Leute bei Stolperunfällen als bei Autounfällen.»

(az)
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