Stellte Stadtwanderer Benedikt Loderer beim ersten Anlass zum 20-Jahr-Jubliäum der Chronikgruppe Dättwil im Mai die provokante These «Dättwil ist kein Dorf» ins Zentrum seines Referats, so konnte sich das Publikum auf dem Rundgang am Sonntagnachmittag vom Gegenteil überzeugen. Der ehemalige Landwirt Walter Voegeli und Gemüsebauer Thomas Obrist führten die rund 100 Interessierten durch Dättwil und machten auf die zahlreichen Zeugnisse der bäuerlichen Vergangenheit des Dorfes aufmerksam.

Hauseingang war früher ein Stall

«Jeden Tag geht man achtlos an diesen Dingen vorbei», sagte Antoinette Hauri, Leiterin der Chronikgruppe, bei der Begrüssung. Und so gab es auch für alteingesessene Dättwilerinnen und Dättwiler einiges zu entdecken. Sie lebe jetzt seit 32 Jahren im Segelhof, sagte eine Frau, aber dass es in Dättwil noch ein altes «Wöschhüsli» gebe, habe sie nicht gewusst. Wo heute ein Hauseingang ist, kamen früher die Kühe aus dem Stall spaziert. Auch wurden auf dem Rundgang viele Anekdoten ausgetauscht. Ein ehemaliger Dättwiler erzählte aus seiner Kindheit, als er noch von Dättwil in den Meierhof in den Kindergarten gehen musste – zu Fuss, versteht sich.

Im und ums Wohnhaus des Zeka konnte man alte landwirtschaftliche Geräte bewundern. Im Mehrzweckraum des ökumenischen Zentrums konnte man auf Dias von Edi Keller das alte Dättwil betrachten und mit aktuellen Aufnahmen vergleichen. Die Präsentation der «Dättwiler Überraschung» rundete den zweiten Jubiläumsanlass der Chronikgruppe ab.