In der letzten Saison haben die Badener Basketballerinnen die Playoffs der besten acht Teams der Nationalliga B erreicht. Dort scheiterten sie dann aber klar am späteren Aufsteiger Portes du Soleil BBC Troistorrents. Eine respektable Leistung, gemessen daran, dass die Equipe lediglich zweimal pro Woche trainiert und an den Meisterschaftsspielen zumeist bloss mit sieben oder acht Spielerinnen auflaufen konnte. Für Captain und Teamleaderin Cinzia Ferrari war daher klar: So kann es nicht weiter gehen. Die 25-jährige Badenerin wünschte sich ein grösseres Kader, ein zusätzliches Training und mindestens eine grosse Spielerin, die unter dem Korb für Gefahr sorgen kann. Etwas, das den Badenerinnen in der Vergangenheit stets gefehlt hat.

Neuer Vereinsname: Alstom Baden wird zu Baden Basket 54

Der Sportverein der Firma Alstom, der verschiedene Klubs in der Region unterstützt hat, wurde Anfang Jahr nach der Übernahme durch General Electric aufgelöst. Für den BC Alstom Baden war daher klar, dass durch den Wegfall des Hauptsponsors ein neuer Vereinsname gefunden werden muss. «Wir haben uns für Baden Basket 54 entschieden, da das Jahr 1954 das Gründungsjahr unseres Vereins ist und die beiden Ziffern in der Postleitzahl von Baden vorkommen», sagt NLB-Spielerin und Vorstandsmitglied Cinzia Ferrari. Abgesehen von der Namensänderung und dem neuen Logo hatte der Ausstieg von Alstom kaum Auswirkungen auf den Verein. «Wir müssen zwar sparen, konnten den finanziellen Verlust aber mit vielen kleinen Sponsoren beinahe ausgleichen und alle unsere Teams für die Meisterschaft anmelden», so Ferrari. (fba)

Und siehe da – in der Sommerpause haben sich sämtliche Wünsche von Ferrari erfüllt. Zwar haben im Vergleich zum letzten Jahr vier Spielerinnen den Verein verlassen, aber es sind gleich neun neue Akteurinnen dazugestossen. «An einem Plauschturnier im Mai haben wir viele gute Spielerinnen gesehen und diese angefragt, ob sie nicht Lust hätten, für Baden zu spielen», blickt Ferrari zurück.

Wille und Technik stimmen

Diese Taktik hat sich ausbezahlt. Das NLB-Team zählt in diesem Jahr nicht weniger als 14 Spielerinnen, darunter auch die Deutsche Sophie Witte, die drei Jahre am College in Amerika und danach in der 1. Bundesliga in Deutschland gespielt hat. «Mit ihren 1,90 Metern Körpergrösse hilft sie uns enorm. Dank ihr haben wir im Angriff deutlich mehr Optionen», freut sich Ferrari. «Auch die anderen neuen Spielerinnen sind technisch auf einem hohen Level und bringen den nötigen Willen mit. So hat die Vorbereitung richtig Spass gemacht.»

Während der Saisonvorbereitungen hat die Mannschaft dreimal pro Woche trainiert. Erstmals waren intensive Laufschul- und Koordinationsübungen ein fester Bestandteil davon. Auch Trainer Ivan Jankovic ist zufrieden mit der Vorbereitung seiner Mannschaft, warnt aber vor zu hohen Erwartungen. «Wir haben viele neue Spielerinnen in der Mannschaft. Daher gibt es noch viel zu tun, bis alle genau wissen, wer wann wo sein muss.»

Dennoch glauben sowohl Jankovic als auch Ferrari, dass in dieser Saison für die Badenerinnen mehr drinliegt, als noch in der letzten Spielzeit. «Das Potenzial der Mannschaft ist deutlich grösser. Da wir mehr Optionen haben, können wir unsere Kräfte besser einteilen und in den Matches häufiger wechseln», so Ferrari.

Zum Meisterschaftsauftakt wartet am Samstag das Auswärtsspiel gegen den BC Arlesheim. Ein Gegner, den die Badenerinnen im Griff haben sollten. Und wer weiss, wohin die Reise der Frauenequipe von Baden Basket 54 nach einem erfolgreichen Saisonstart führen wird.