Online-Geldspiele von ausländischen Anbietern sollen in der Schweiz nicht mehr aufrufbar sein. Das hat nach dem Ständerat auch der Nationalrat am Mittwochabend entschieden. Zudem befürwortete er, dass Schweizer Casinos ihre Konzession erweitern und neu ihre Spiele auch online anbieten dürfen.

Zwar muss die Debatte über das Geldspielgesetz erst noch zu Ende geführt werden, trotzdem wagt das «Badener Tagblatt» einen Blick in die Zukunft. Denn: Das Marktpotenzial von Online-Geldspielen ist gross, somit auch die Chance der Akteure, sich ein Stück vom Kuchen abzuschneiden.

Was heisst das für das Grand Casino Baden? «Der Schweizer Casino Verband schätzt, dass durch illegale Online-Anbieter rund 250 Millionen Franken Spielertrag pro Jahr ins Ausland abwandern», erklärt Casino-Chef Detlef Brose. Das sei ein sehr hoher Betrag.

CEO Detlef Brose: "Nur durch seriöse Betreiber können Sozial- und Präventionsmassnahmen gewährleistet werden."

CEO Detlef Brose: "Nur durch seriöse Betreiber können Sozial- und Präventionsmassnahmen gewährleistet werden."

Brose wertet den Entscheid des Nationalrates «als positiv». Zum einen würden so sichere Rahmenbedingungen für Schweizer Spieler geschaffen und Spielbankabgaben für gemeinnützige Zwecke (AHV) gesichert. Auch würde für effektive Sozialschutzmassnahmen gesorgt. Zum anderen folge der Entscheid dem Volkswillen. Zur Erinnerung: 2012 wurde der Verfassungsartikel über die Geldspiele angenommen. Das Geldspielgesetz soll diesen nun umsetzen.

Gleiches Ziel soll verfolgt werden

Um wie viel der Spielertrag des Grand Casino Baden dank der Netzsperre steigen würde, hänge von verschiedenen Komponenten ab, sagt Brose. Etwa von der Höhe der Spielbankenabgabe, dem Spielangebot oder den Schutzmassnahmen wie das Blockieren der illegalen ausländischen Anbieter. Auch spiele eine Rolle, wie viele Online-Konzessionen in Zukunft vergeben werden. Auf alle Fälle sei es wichtig, dass die Politik und die Schweizer Casino-Betreiber das gemeinsame Ziel verfolgen, möglichst viel von diesen rund 250 Millionen Franken durch legale Angebote in der Schweiz zu behalten.

Obwohl das Geldspielgesetz vom Parlament erst noch zu Ende beraten werden muss, steht für das Grand Casino Baden fest: Es will in Zukunft auch online seine Spiele anbieten. «Wir sind zurzeit daran, ein sogenanntes Free-to-Play-Angebot zu erstellen.» Dazu gehören Slotmaschines und Roulettetische. Spätestens im Sommer soll das digitale Spielangebot den Gästen zur Verfügung stehen, wobei es vorerst Sachpreise zu gewinnen gibt. «Wir möchten unsere Online-Erfahrungen weiter ausbauen, damit wir bis zur Konzessionsvergabe optimal vorbereitet sind», so Brose. Ist das Geldspielgesetz einmal in Kraft, sollen Spieler mindestens auf dasselbe Angebot im Internet stossen, wie es auch live vor Ort in Baden zu erleben ist.

Das Grand Casino Baden hat sich in den letzten Jahren für das Geldspielgesetz in Form von Stellungnahmen und Artikeln im Gästemagazin starkgemacht. «Doch in aggressiver Weise auf Nationalräte zugegangen, wie diverse Medien berichtet haben, das sind wir ganz klar nicht», betont Brose. Zur Kritik, die Netzsperre würde Spieler nicht von einer Sucht abhalten, sagt er: «Jede Schutzmassnahme ist in irgendeiner Art und Weise umgehbar.» Trotzdem sei eine Netzsperre wirksam, zumal diese verhindert, dass Marktvolumen ins Ausland fliesst und stattdessen in der Schweiz bleibt. «Nur durch seriöse Betreiber können Sozial- und Präventionsmassnahmen gewährleistet werden.»

Das Grand Casino Baden selber wird sein Präventionskonzept mit der Erweiterung der Konzession anpassen müssen. «Im Online-Bereich wird es einfacher sein, das Spielverhalten mit den Schutzmassnahmen unseres Sozialkonzeptes in Einklang zu bringen», sagt Detlef Brose. Dadurch könne man noch früher erkennen, ob ein Gast sein Spielverhalten nicht im Griff habe und gesperrt werden müsse.

Nicht zuletzt hätte wohl auch die Stadt Baden einen Nutzen, ist sie doch mit 51 Prozent an der Stadtcasino Baden AG beteiligt.