Baden/Pratteln
Aktualisiert am 26.01.12, um 18:12 von Martin Rupf
 

Gerichtstermin in 3 Wochen: Müssen Rheinsalinen zahlen?

Weill will sich nicht mit einem Nachtessen abspeisen lassen
Quelle: Martin Rupf
Der Eventveranstalter Sidney Weill fordert vom Salz-Monopolisten Rheinsaline mit Sitz in Pratteln 30000 Franken - wegen nicht erfüllter Verträge im Zusammenhang mit einer Salzlieferung. Am 21. Februar treffen sich die Parteien vor dem Richter. von Martin Rupf
 

Erst wollte er helfen, jetzt geht er vor Gericht. Sidney Weill beklagt einen entgangenen Gewinn von rund 100000 Franken. Was ist passiert? Sidney Weill – Geschäftsführer der Eventagentur Open Hearts in Baden und dank dieser hervorragend vernetzt – bot den Rheinsalinen mit Sitz in Pratteln an, beim Salzengpass auszuhelfen.

Schnell waren die Verträge über die Lieferung von 5000 Tonen Salz aus der Türkei unterschrieben. Doch zur Vertragserfüllung kam es nie. Denn im Februar 2011 erteilten die Rheinsalinen Weill eine Absage. Da es wärmer geworden war, könnten sie den Bedarf an Salz selber decken.

Teilklage über 30000 Franken

«Als Entschädigung für meinen bereits geleisteten Einsatz wurde ich zum Essen eingeladen; das empfand ich als blanken Hohn.»

Sidney forderte Ende 2011 von den Rheinsalinen vielmehr die 100000 Franken, die ihm als Gewinn entgangen waren. Aus prozesstechnischen Gründen läuft die Teilklage erst einmal über 30000 Franken. «Ein solches Gerichtsverfahren ist nicht ganz billig. Deshalb habe ich die Rheinsalinen erst einmal auf 30000 Franken eingeklagt», erklärt Weill.

In einer ersten Runde hätten die beiden Parteien vor dem Friedensrichter erscheinen sollen. Doch daraus wurde nichts, weil keine Vertreter der Rheinsalinen vor dem Friedensrichter auftauchten. Die Rheinsalinen liessen gegenüber der Zeitung «Tages-Woche» ausrichten, sie seien an einem am Schlichtungsverfahren nicht interessiert. «Angesichts der diametral entgegengesetzten Standpunkte beider Parteien war zum Vornherein eine vergleichsweise Lösung nicht denkbar», sagt Salinen-Direktor Jürg Lieberherr.

Weill geht es nicht nur ums Geld

So kommt es, dass die beiden Parteien am 21. Februar vor dem Richter in Liestal antraben müssen. «Ich bin froh, dass sich nun ein Richter dieser Sache annimmt», sagt Weill. Gleichzeitig betont er, dass es ihm nicht nur ums Geld gehe: «Es muss doch endlich etwas gegen das Monopol der Rheinsalinen geschehen. Die Herren auf dem hohen Ross machen einfach, was sie wollen.» Eines steht für ihn fest: «Ich habe das nicht gemacht, weil ich darauf angewiesen war, sondern weil ich helfen wollte.»

Derweil will sich der Salinen-Direktor nicht zum Inhalt des Verfahrens äussern: «Jetzt warten wir mal ab, was die Richter sagen; ich bin ganz optimistisch.»

(az)
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