am Rohrdorferberg neu vergeben
Aktualisiert am 01.09.10, um 20:37
 

Die grosse Obrist Recycling sticht lokal verankerte Relogis Frunz aus

obrist recycling
Die Obrist Recycling AG sicherte sich einen weiteren Auftrag. Im Bild ein Presscontainer, mit dem sich vor dem Transport loser Abfall verdichten lässt.
Quelle: Zur Verfuegung gestellt
Fünf Gemeinden am Rohrdorferberg und im Reusstal haben den Auftrag für die Kehrichtabfuhr neu vergeben. Dabei übergingen sie die kleine Relogis Frunz - ihr droht nun ein Stellenabbau.
 

«Ihr Abfall...unser Job – im Abfallsammeln sind wir Meister»: Dies steht auf der Homepage der Firma Obrist Transport+Recycling AG zu lesen. Diese «Meisterschaft» hat das aus Wettingen stammende und nun in Neuenhof ansässige Unternehmen bei der Neuvergabe der Kehrichtabfuhr in den fünf Gemeinden Künten, Nieder- und Oberrohrdorf, Remetschwil und Stetten bewiesen.

Die Firma Obrist erhielt neu den Abfuhrauftrag und stach damit den bisherigen Auftragnehmer, die Relogis Frunz AG aus Nussbaumen, aus. «Wir verstehen die Welt nicht mehr», reagiert Geschäftsführer Eugen Frunz auf den Verlust des Auftrags, der seit dem Jahr 2000 ausgeführt wird.

Enormer Preisdruck besteht...

Seine Firma habe gut gerechnet und «praktisch zum Selbstkostenpreis offeriert», betont Frunz. Das heutige Preisniveau liege 28% unter jenem damals 1999, als er den Auftrag erhalten habe, erklärt der Unternehmer und SVP-Grossrat.

Da die fünf Gemeinden nicht einfach so ersetzt werden könnten, rechne er mit einem Stellenabbau bei den bislang 14 Angestellten seiner Firma, meint Frunz. Er erhebt den Vorwurf der «Marktpenetration» gegen die siegreiche Konkurrenz aus der Region und prüft daher nun eine Beschwerde.

...auch durch Firma aus Baselbiet

Mitgeboten haben bei der Neuausschreibung auch Kehrichtabfuhrunternehmen aus anderen Kantonen. Wie die AZ erfuhr, soll eines aus dem Baselbiet das günstigste Angebot gemacht haben und hätte einen Stützpunkt eröffnet bei einer Garage in der Region beim Zuschlag.

Dieser ging nicht zuletzt aus ökologischen Gründen nun jedoch an die Obrist Transport + Recycling AG. «Jedes Mal, wenn wir einen Auftrag holen, heisst es das Gleiche», sagt Sabine Bärlocher von der Geschäftsleitung des Transport- und Abfuhrunternehmens. Detaillierter wollte sie nicht Stellung beziehen, solange die Beschwerdefrist läuft.

Obrist bedient schon 34 Gemeinden

Ebenso verhielt sich Oberrohrdorf, das federführend ist für die fünf auftraggebenden Gemeinden. Der Preis sei nicht allein ausschlaggebend gewesen, sondern ebenso die guten Referenzen, erklärt Bärlocher mit Verweis darauf, dass Obrist bereits in 34 Gemeinden der Region den Abfall abholt.

Falls der bisherige Abfuhrauftrag definitiv wegfällt, verbleiben Relogis Frunz noch das Siggenthal, Gemeinden am Rhein und die Grünabfuhr in Baden. (atp)

(az Aargauer Zeitung)
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