Derzeit laufen die Aufräumarbeiten – mit Masken, Arbeitsanzügen und Handschuhen ausgerüstet, kämpfen sich ein Dutzend Arbeiter durch die Trümmer.

Besitzer sind fassungslos

Etwas nebenan steht Cony Trachsel. Der Mitbesitzerin des zerstörten Coiffeur-Salons fällt es auch Tage nach dem Brand schwer, zu glauben, was passiert ist: «Wir sind fassungslos. Es ist einfach traurig. Wir fragen uns immer wieder, wieso unser Laden ausbrannte.» Sie blickt zu Boden und seufzt.

Cony Trachsel, die Mitbesitzerin des zerstörten Coiffeur-Salons in Fislisbach ist fassungslos
Quelle: az

Nur zu gut erinnert sich Trachsel an die Momente in der Nacht auf den Freitag. Um 2.30 Uhr erreicht Trachsel die schlimme Nachricht: Die Kantonspolizei Aargau teilt ihr am Telefon mit, dass ihr Coiffeur-Salon bei einem Brand beschädigt worden sei. Nach dem Telefonat macht sich Trachsel sofort auf den Weg in den Salon – vom Ausmass des Brandes ahnte sie da noch nichts.

Neue Läden erlitten Totalschaden

Als Trachsel und Mitbesitzerin Daniela Schuler vor der Brandruine eintreffen, ist das Feuer schon gelöscht. «Wir sind beide in Tränen ausgebrochen, als wir unseren Salon so sahen», sagt Trachsel.

Erst vor rund 18 Monaten wurden die Läden im neuen Teil des «Gugger» eröffnet. Cony Trachsel und Daniela Schuler steckten viel Herzblut in ihren Salon: «Wir hatten uns das alles selber aufgebaut, jedes Detail mit den Handwerkern besprochen.» Jetzt ist alles kaputt: «Es ist alles schwarz, verschmörzelt und alles stinkt», sagt Trachsel.

Terminbuch gerettet

Aus den Trümmern und dem Schutt retten konnten Cony Trachsel und Daniela Schuler ein paar Shampoos, das Buchhaltungsmaterial, die Kundendaten – und «unser heiliges Terminbuch», sagt Trachsel mit einem kleinen Lächeln.

Dank ebendiesem Buch konnten Trachsel und Schuler alle Kunden rechtzeitig über die Terminausfälle informieren. Und sie können Ersatz-Termine abmachen: Ab Dienstag möchten die beiden Coiffeusen in einem Container auf dem Dorfplatz beim «Gugger» Kunden empfangen. Sieben Plätze auf rund 70 Quadratmetern bietet diese zwischenzeitliche Heimat. In drei bis vier Monaten soll der zerstörte Salon wieder aufgebaut sein. Die Versicherung übernehme den Schaden, sagt Trachsel. Vorerst aber geht es für Daniela Schuler und Cony Trachsel darum, «viel zu organisieren», wie Trachsel sagt. «Ich bin den ganzen Tag am Telefon – mit der Versicherung, unseren Lieferanten, den Kunden und der Polizei.»

Polizei sucht Brandstifter

Die Kantonspolizei geht inzwischen davon aus, dass der Brand in den Läden gelegt wurde. «Brandstiftung steht als Brandursache im Vordergrund», sagt Kapo-Sprecher Bernhard Graser. Zur Täterschaft könnten noch keine Angaben gemacht werden: «Die Fahndung läuft. Wenn wir ein Ergebnis haben, werden wir das bekannt geben.»