Heute ist es üblich, dass die Menschen sich über Firmen oder Institutionen auf deren Website informieren. So sind auch alle wichtigen Informationen über das Arwo (Stiftung für Behinderte, Wettingen, arbeiten und wohnen) auf dessen Website. Doch die Klienten des Arwo, Menschen mit einer Behinderung, haben es eher schwer, sich darauf zurechtzufinden. Dieses Problem wird gelöst: In den nächsten Monaten entsteht die barrierefreie Website. Keine einfache Aufgabe, wie Arwo-Geschäftsleiter Roland Meier feststellt, denn: «Die normal befähigten Menschen sollen keinen Unterschied feststellen, aber die beeinträchtigten Menschen müssen sofort merken, dass sie die Site bedienen können.»

Etwas Besonderes hat sich das Arwo bezüglich der künftigen Texte einfallen lassen. «Wir brauchen für einen Teil der neuen Website Texte mit einfachen Sätzen und möglichst wenig Fremdwörtern», sagt er. «Diese Texte sollen Kinder im Alter von etwa 10 bis 12 Jahren schreiben.» Alle Kinder, die sich dafür interessieren, können sich beim Arwo (admin@arwo.ch) melden. Das Arwo wird sie während der Herbstferien für einen Tag einladen, um ihnen ihre Einrichtungen zu zeigen. Darüber sollen die Kinder dann einen Text schreiben, der als Grundlage für die neue Website benutzt wird.

Kontrastreiche Farben

Barrierefrei heisst, dass die Site von Sehenden wie Blinden, Gehörlosen, kognitiv Eingeschränkten und Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen genutzt werden kann. Die Anforderungen sind somit vielfältig. «Für schlecht sehende Menschen muss das aktive Element immer deutlich zu sehen sein», sagt Hakan Erci, Geschäftsführer der Threeway AG in Brugg, welche die neue Website der Arwo entwickelt. Deutlich sichtbar heisst, dass die Farben auf der Website kontrastvoll sein müssen. «Weiss und Schwarz sind gut, Grautöne schlecht zu unterscheiden», sagt Erci. Damit sei der Grafiker gefordert. Leuten, die nicht sehen, helfen die besten Kontraste nichts: «Ihnen muss die Website vorgelesen werden. Das bedingt die Einhaltung von zusätzlichen Richtlinien bei der HTML-Codierung.» Inhaltlich relevante Bilder und Grafiken müssen deshalb mit alternativen Texten versehen werden, deren Inhalt sich vorlesen lässt.

Die Navigation muss maschinell erkennbar und ohne Maus bedienbar sein. Deshalb so Erci: «Wir müssen jedes Menü entsprechend umsetzen, damit die Menschen diesem richtig folgen können.» «Ganz schlimm sind PDF-Dokumente», sagt Meier. Es gibt noch keine Programme, die maschinenlesbare PDF erzeugen können. Darum muss der Code der PDF-Dokumente von Spezialisten manuell überarbeitet werden. Bewegte Bilder, auf Website sehr beliebt, können für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung ein Hindernis sein. «Viele lassen sich davon so stark ablenken, dass sie nicht weiter arbeiten können», stellt Meier fest. «Die Bewegung muss man deshalb abstellen können», sagt Erci.