Michael André Williams war der stille Held des Abends. Der ehemalige „The Voice"-Kandidat, besser bekannt als „The Singing Postman", stahl mit seinem kurzen Auftritt am Freitagabend glatt dem Hauptact Marc Sway die Show. Dieser hatte den singenden Pöstler und die Walliserin Sarah Quartetto - seine Schützlinge aus der Castingshow - nach Baden eingeladen, um mit ihnen den Start seiner „Soul Circus„-Tournee zu feiern. Und es wurde eine Feier, die keine Wünsche offen liess. Passend zum Titel der Tournee und seiner vierten Platte „Soul Circus" trat Sway in einer Zirkusdirektorenkluft auf die Bühne während im Hintergrund silbrige Ballone schwebten.

(Quelle: Aargauer Zeitung/Sandra Ardizzone)

Strahlemann der Nation

Mit seinem breiten Lachen verzauberte der schweizerisch-brasilianische Sänger von Beginn weg das gesamte Publikum und machte im Laufe des Konzerts dank seiner sympathischen Art Francine Jordi schon fast den Titel „Sonneschein der Nation" streitig. Während der gesamten zwei Konzertstunden gab sich der Zürcher Sänger publikumsnah und fröhlich. Wenn er sang, merkte man: Dieser Mann lebt für die Musik. Und die kam am selbstverständlich nicht zu kurz.

Mit fetzigen, funkigen Stücken brachten Sway und seine fünfköpfige Band die Halle zum Kochen nur um das Publikum einige Minuten später bei einem bedachten, souligen Stück in eine ruhige Traumwelt zu entführen. Bei einigen Liedern - so zum Beispiel den brasilianischen Klängen von „Bota Aqua" oder Sways Hit „Severina" gab es jedoch kein Halten mehr. Das Publikum hüpfte und sang mit und sogar die kleinsten Besucher liessen sich von der ausgelassenen Stimmung mitreissen.

„Soul Circus" ohne Zirkus

Nachdem Sway dem Publikum gehörig eingeheizt hatte, trat Sarah Quartetto auf die Bühne und gab ihr selbstgeschriebenes Stück „Home" zum Besten. Es war klar, weshalb die 20-Jährige es bis zum „The Voice"-Finale geschafft hatte. Dennoch ging sie mit ihrer sanften, hellen Stimme neben den Soulröhren Sway und Williams fast unter. Diese boten daraufhin eine energiegeladene Show und Williams wurde vom Publikum mit tosendem Applaus verabschiedet. Trotz allem: Der Zirkus allerdings ging in an diesem Abend - zumindest musikalisch - fast verloren. Einzig das Intro rief Bilder einer Manege und den Geruch von Sägemehl hervor, ansonsten zeigte der 33-Jährige, dass er auch nach einer Dekade noch chartfähige Musik machen kann.

Nach einer mehrjärigen Bühnenpause ist Marc Sway also wieder zurück. Und hat mit dem Konzert vom Freitag wieder einmal bewiesen, dass er zweifelsohne eine der besten Stimmen der Schweiz vorzuweisen hat - und diese auch zu nutzen weiss.