Die Gemeindeversammlung findet erst am 24. November statt. Doch die Suhrer konnten sich ihre Meinungen zu den Vorlagen schon am Montag am Informationsabend des Gemeinderates bilden. Dabei zeigte sich, dass es bei der Abstimmung übers neue Abfallreglement durchaus auch Gegenstimmen geben kann: Ab Januar 2013 soll in Suhr das Verursacherprinzip gelten – wer Abfall produziert, bezahlt direkt dafür, Steuergelder sollen dafür keine mehr verwendet werden. Ein Anwesender kritisierte, dies sei weniger sozial, weil die schlecht Verdienenden nun mehr bezahlen müssten und die Reichen weniger.

Dezentrale Sammelstellen

Die Neuerungen betreffen vor allem die Grünabfuhr und die Glas-Sammlung. Das Glas soll künftig nicht mehr abgeholt sondern durch die Bewohner zu drei Sammelstellen gebracht werden. Zwei davon sollen unterirdisch eingerichtet werden beim Schulhaus Feld an der Bachstrasse und beim Schulhaus Dorf an der Ecke Tramstrasse. Die dritte würde beim Bahnhof Süd als oberirdischer Behälter zu stehen kommen. Die Einrichtungskosten betragen 304000 Franken.

Beim Bahnhof Süd will der Gemeinderat keine fixe Sammelstelle einrichten, da in diesem Gebiet Veränderungen anstehen. Ein Suhrer forderte, keine der Sammelstellen unterirdisch zu installieren, bis sich die Standorte bewährt hätten. Einige Anwohner fürchten durch die Sammelstellen Mehrverkehr.

Die Grünabfuhr bezahlen die Suhrer künftig jährlich – abhängig vom Volumen. Die kleinste Menge – ein 50-Liter-Kübel – würde 42.50 Franken kosten, die grösste – 770 Liter – 539 Franken pro Jahr. Das Grünzeug wird wöchentlich abgeholt – im Winter jede zweite Woche. Mit diesen Gebühren liege man im Vergleich mit den meisten umliegenden Gemeinden eher unter dem Durchschnitt, sagte Gemeinderat Marco Genoni.

Flexibles Wohnen für die Älteren

«LEBENsuhr» heisst das neue Projekt für die Suhrer Senioren. Der Gemeinderat will der Genossenschaft LEBENsuhr knapp 8000 Quadratmeter Land günstig verkaufen, damit dort zuerst 30 Eigentumswohnungen gebaut und verkauft und mit dem Ertrag danach 30 bezahlbare Mietwohnungen gebaut werden können. Das Land befindet sich zwischen dem Mühlemattweg und dem Chilemattweg. Die Parzelle mit der Kita und des Robinsonelternvereins würde ebenfalls in den Gestaltungswettbewerb integriert, da die Baracken sehr alt sind. Ein schmaler Streifen der Parzelle würde für die Wohnungen abgezweigt.

Am 4. November wird die Genossenschaft gegründet, danach werden 200 Genossenschafter gesucht, die sich mit je 5000 Franken einen Platz in der Siedlung sichern. Die dortige Infrastruktur soll mit dem Älterwerden angepasst werden können. Eine Betreuungsperson wird im Alltag Hilfe leisten. Auf www.lebensuhr.ch werden Fragen laufend beantwortet.

Steuerfuss für 2012 gesenkt?

Im nächsten Jahr soll der Steuerfuss in Suhr von 110% auf 108% gesenkt werden. Das Budget rechnet neu fix mit 3 Millionen Steuerertrag bei den juristischen Personen, da die Steuern schon 2009 und 2010 in dieser Höhe flossen. Es wird 2012 mit einem Nettosteuerertrag von 23,3 Millionen gerechnet. Der Cashflow für Investitionen beträgt 2,2 Millionen, benötigt werden jedoch 3,8 Millionen, weshalb das Nettovermögen abgebaut wird. 2011 bis 2016 sind beispielsweise 15,8 Millionen Franken für den Verkehr vorgesehen, darunter fallen Fixkosten wie die Lärmsanierung der Kantonsstrasse. 12 Millionen sind für die Bildung vorgesehen und 8,8 Mio. für die Verwaltung.