Das im Dezember 2011 von der Aargauer Kantonspolizei eingesetzte Spezial-Detachement «Forte Due» hat insbesondere am Bahnhof Aarau ziemlich aufgeräumt: «In den ersten zwei Monaten sind rund 317 Personenkontrollen durchgeführt worden. Dabei haben wir 76 Personen festgenommen», erklärt Polizeikommandant Stephan Reinhardt.
Die festgestellten Delikte betrafen dabei hauptsächlich Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (Handel, Konsum und Besitz von verschiedenen Drogen). Daneben wurden auch mehrere Leute wegen Diebstählen und Verstössen gegen das Ausländergesetz angehalten.
Focus auf Bahnhof gerichtet
Das Detachement «Forte Due» ist die Fortsetzung einer Schwerpunktaktion am Bahnhof Aarau, die unter dem Codenamen «Lok» bereits im März 2001 begonnen hat: Vorerst wurde die polizeiliche Arbeit an diesem Hotspot mit Mitarbeitern der Kapo West in Aarau unter Involvierung der Stadtpolizei intensiviert.
Als Folge einer Kumulation verschiedener negativer Umstände – relative Nähe zu Asylbewerberunterkünften, viele dunkle Nischen während der Umbauzeit usw. – hat sich die Lage allerdings nicht im gewünschten Masse entspannt: «Der Bahnhof Aarau ist immer stärker zu einem Anziehungspunkt für Jugendliche, Randständige und Kleindealer geworden.
Das Zusammenwirken der verschiedenen Faktoren hat die Sicherheit je länger, je mehr beeinträchtigt», sagt Reinhardt.
Das habe ihn im Oktober dazu veranlasst, mit «Forte Due» ein abteilungsübergreifendes Detachement zu bilden, das den Focus seiner polizeilichen Arbeit weitgehend auf den Bahnhof Aarau richtet.
Lage hat sich merklich entspannt
Der Erfolg hat ihm recht gegeben: «Die Lage am Bahnhof Aarau hat sich merklich beruhigt», zieht Reinhardt eine erste positive Bilanz.
Für die Polizei sei das allerdings kein Grund, sich zurückzulehnen: «Bildung und Einsatz dieses Spezial-Detachements haben wir von Anfang an als befristete Aktion kommuniziert.
«Forte Due» läuft sicher noch bis im April. Wenn wir nicht Gefahr laufen wollen, dass sich die Situation wieder verschlechtert, muss bis dann ein effizientes Folgekonzept greifen.»
Stadt und SBB helfen mit
Wie weit die Kapo in dieses Konzept personell involviert ist, lässt der Kommandant vorderhand offen.
Aufgrund der gemachten Erfahrungen setzt Reinhardt nicht nur auf Manpower: «Das eine ist die reine Polizeiarbeit, bei der wir uniformiert Präsenz markieren und in Zivil verdeckt ermitteln.
Das andere ist die Infrastruktur. Gegenwärtig ist der Bahnhof mit seinen vielen, durch den laufenden Umbau bedingten Nischen und Winkeln ein idealer Tummelplatz für lichtscheue Gestalten.
Wir streben ein verzahntes Konzept an, das beide Aspekte berücksichtigt.» Gefordert seien dabei auch die Stadt Aarau und die SBB. Beide machen mit. Im nahe gelegenen Kanti-Park beispielsweise sind bereits verschiedene Hecken zurückgestutzt und damit Schlupfwinkel eliminiert worden.
Einen Beitrag zur Verbesserung am Bahnhof Aarau sieht der Polizeikommandant auch in der geplanten Videoüberwachung.
«Die SBB werden bis im März in den Unterführungen Überwachungskameras installieren, die Stadt hat dazu ebenfalls Hand geboten. Sie will, nach den nötigen gesetzlichen Abklärungen, im Zuge des laufenden Umbaus Videokameras im Aussenbereich montieren.»