Madame schlürft den Nachmittagstee aus gepflegtem Porzellan, das der stilecht gekleidete Butler auf dem schön gedeckten Biedermeier-Tischchen bereitgestellt hat. Das Dorfmuseum Buchs war die ideale Kulisse für den Schwarz-Weiss-Spielfilm «Die Uhr», den die Mitglieder des Clubs der Aarauer Hobby-Filmer gedreht haben. Er wird demnächst im Arolfinger Lokalfernsehen (ALF TV) während einer Woche zu sehen sein.

Einst waren sie Pioniere

Der Verein, in dem heute noch knapp 20 aktive Hobbyfilmer mitmachen, ist vor 50 Jahren gegründet worden: «Hobbyfilmer waren damals Pioniere. Der Umgang mit den 16-mm-Kameras war sehr anspruchsvoll und auch für den Filmschnitt brauchte es viel Können und Erfahrung», erklärt der aktuelle Klubpräsident Heinz Lehmann.

Regelmässige Weiterbildung

Der Verein wuchs rasch auf über 50 Mitglieder an und widmete sich in etwa den gleichen Aktivitäten wie noch heute: «Wir treffen uns regelmässig am ersten Montagabend im Monat in unserem Klublokal. Dort begutachten wir neue Filme, vor allem auch solche, die unsere Mitglieder gedreht haben, fachsimpeln über die neueste Technik oder bilden uns mit Workshops in verschiedenen Bereichen weiter», sagt Präsident Lehmann.

Die Professionalität, mit welcher der eingangs erwähnte Spielfilm daherkommt, belegt, dass die Aarauer Hobbyfilmer nicht nur im Umgang mit Kamera, Schnitt und Vertonung einen hohen Level erreicht haben. Auch als Regisseure sind einige von ihnen offensichtlich sehr begabt. Bei der Realisierung von «Die Uhr» hat das Aktivmitglied Javier Garcia nicht nur Regie geführt. Von ihm stammt auch das Drehbuch.

«Ab und zu ziehen wir für unsere Projekte auch Spezialisten bei. Etwa Visagisten, Theaterleute oder Beleuchter. Von ihrer Erfahrung haben wir schon viel profitieren können», sagt Lehmann.

Video brachte Veränderungen

Mit dem Aufkommen kostengünstiger und einfach zu bedienender Videokameras veränderte sich die Welt der Hobbyfilmer in den 90er-Jahren drastisch. «In unserem Verein war es wie ein Schnitt, die Mitgliederzahl ging spürbar zurück», erklären Aktive, die seit Jahrzehnten dabei sind.

Sie liessen sich nicht unterkriegen, beschäftigten sich auch mit der neuen Technik und haben es auch dort zu einer hohen Professionalität gebracht. Ein bisschen Nostalgie gehört aber nach wie vor dazu: «Ich habe meine alte Ausrüstung nach ein paar Jahren wieder hervorgeholt und filme gelegentlich wieder mit meiner 16-mm-Kamera und Chemiefilm», erklärt Ruedi Widmer.

So hat er beispielsweise auch den neuesten Streifen des Clubs ab der Leinwand gefilmt, entsprechend bearbeitet und kann ihn heute als «richtige Filmversion» präsentieren.

«Die Uhr» wird voraussichtlich ab Donnerstag, 23. Mai im ALF aufgeschaltet. Weitere Produktionen sowie Infos zum Verein unter www.
aaraufilmt.ch sowie auf Youtube.