Seit dem Maienzug schweigen die Glocken der Stadtkirche, da ein neuer Glockenstuhl eingebaut werden musste. Nun ist er fertig und die Glocken sind aufgehängt: Am Altstadtfest am kommenden Samstag ist das Glockengeläut um 16.15 Uhr erstmals wieder zu hören.

Für den Stundenschlag aber sind weitere Vorbereitungen am Steuerungscomputer nötig. Erst ab 12. Dezember ertönen von der Stadtkirche wieder Stunden- und Viertelstundenschläge. Doch selbst dann bleibt es im Kirchturm nach 22 Uhr ruhig: Die Kirchenpflege hat an ihrer Sitzung letzte Woche beschlossen, den Stundenschlag zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens zu unterbrechen. Genau so ist es bei der katholischen Kirche Peter und Paul schon seit den 90er-Jahren – aus Rücksichtnahme auf die Militärunterkünfte in der Kaserne.

Auch Hirslanden-Klinik freuts

Die neue Regelung freut die Hirslanden-Klinik im Schachen: Im Januar 2007 bat die Klinikleitung die Kirchenpflege, den Stundenschlag zu unterbrechen, nachdem eine interne Umfrage ergeben hatte, dass sich manche Patienten in ihrer Nachtruhe gestört fühlten. In der Folge entbrannte eine heftige Debatte, in der sich auch viele Glockenschlag-Befürworter meldeten. Die Kirchenpflege entschied schliesslich, den Stundenschlag auch nachts beizubehalten, denn er habe «einen «weltlichen und einen kirchlichen Sinn», sei eine «Orientierungshilfe» und gehöre ganz einfach zu unserer Kultur.

Doch die Aussetzung des Glockenschlags wäre damals technisch noch gar nicht möglich gewesen. Nun aber konnten im Rahmen der Montage des neuen Stuhls Magnete an den Kabeln vom mechanischen Uhrwerk zu den Glocken angebracht werden: Sind die Magnete aktiv, fallen die Hämmer nicht auf die Glocken. Den Ausschlag für den Entscheid, den Stundenschlag nachts nun doch abzuschalten, gab eine vor zwei Wochen eingereichte Petition von rund 20 Anwohnern, welche sich über die stillen Nächte in den letzten Monaten gefreut hatten.

Renovation der Fassade

Obwohl der Glockenstuhl eingebaut ist, bleibt der Kirchturm bis Ende April 2012 verhüllt. «Während den Sanierungen 1966 und 1996 kam es zu Fehlern», sagt Gerold Brändli von der Kirchenpflege Aarau. «Die wollen wir nun, da das Baugerüst ohnehin schon steht, beheben.» Die Kirchenpflege beantragt deshalb am 7. Dezember von der Kirchengemeinde einen Kredit von 290000 Franken.