Im vergangenen Jahr tauchten die Speuzer ab in die Unterwelt. Heuer wanderten sie in die Bergwelt. Sonntagnachmittag, Punkt 14 Uhr, hiess es auf der Hauptstrasse «Piste gut». Und auch der Wettergott war ein Fasnächtler. Nach den Regenschauern am Morgen war es während des Umzugs trocken.
Der Umzug - vom Fasnachtskomitee selbst als Königsdisziplin angekündigt - hielt die grossen Versprechungen: 31 Nummern mit insgesamt über 850 aktiven Fasnächtlern marschierten das Dorf hinab und liessen der Kreativität freien Lauf.
So startete erstmals in der Geschichte der Speuzer Fasnacht nicht der Tambourenverein Erlinsbach in den Umzug. Eröffnet wurde der 34. Umzug von einer Treichler-Gruppe aus der Umgebung Hirzel - angeführt von einem Geiselchlöpfer.
Die in diesem Jahr als Sennen gekleideten Trommler gingen wenig später mit der Startnummer vier ins Rennen. Tambour-Major Reto Käser gab als verkleideter Nacktwanderer seiner Truppe mit zahlreichen Jungtambouren den Takt an. Ihr Motto: «Mer Senne heis luschtig, mer Senne heis guet, nor störts eus bem chäse, wenn meh Nacktwandere duet».
«FC Erlinsbach findet Investor»
Der Fussballclub Erlinsbach sowie die Speuzer Schränzer stachen einmal mehr heraus. Beide steckten viel Herzblut in die überaus aufwändiggebauten Wägen. Jeweils über vier Wochen Arbeit steckten beide Vereine in den Wagenbau.
Während die Schränzer mit einem grossen Schiff und dem Thema «Yellow Speuzmarine» die Speuzer Bergwelt unsicher machte, schlugen die Erlinsbacher Fussballer mit dem Thema Xamax und Sion dem Schweizer Fussballverband kräftig eins ans Schienbein.
Zudem wusste der FCE offenbar daraus bereits Profit zu schlagen. Fasnachtssprecher Pascal Geiser lachend: «Aus fasnächtlichen Insiderkreisen war zu entnehmen, dass der Fussballclub einen Investor aus Tadschikistan gefunden hat. Vielleicht wird ja in Erlinsbach bald Champions League gespielt.» (sha)