13.30 Uhr, Mittwochnachmittag: Im Foyer des Kinos Schloss in Aarau drängen sich Mädchen und Knaben im Alter von 6 bis 12 Jahren vor der Türe zum grossen Kinosaal. Als die Türe aufgeht, stürmen sie den Saal, ergattern sich ihren Lieblingsplatz – das ist für einige die erste Reihe, direkt vor der Leinwand.
Rund 250 Kinder sind Mitglieder des Filmklubs Zauberlaterne in Aarau. Einmal pro Monat, von September bis Juni, sehen sie neun verschiedene, altersgerecht ausgewählte Filme. Ohne eine erwachsene Person, ohne Eltern. Das Ganze für 40 Franken pro Kind, mit Geschwistervergünstigung, beim dritten Kind in der Familie wirds gar kostenlos.
Am Mittwoch war im Kino Schloss «Kirikou» zu sehen, angekündigt als «Film zum (ein bisschen) fürchten». Deshalb und auch, weil die Kinder alleine kommen, sind im Saal immer zwei Betreuerinnen dabei. Diese «Angsttanten» halten schon mal eine Hand, trösten, wenn das Geschehen auf der Leinwand Furcht einflösst, oder sie leuchten im Dunkel mit der Taschenlampe den Weg zur Toilette.
Die Kinder erfahren Filmdetails
Vor Filmbeginn herrscht im Saal Unruhe, noch ist es hell. Martin Kaufmann erzählt den Kindern vom Film, fragt sie über Details aus der Klubzeitschrift. Als er schliesslich wissen will: «Woher kommt dieser Film?», rufen die kleinen Zuschauer wie aus einem Mund: «Aus Afrika!» Und nun tritt eine «Frau Griot», eine afrikanische Geschichtenerzählerin, ins Scheinwerferlicht.
Sie erzählt, dass sie verzaubert worden sei, ein Fluch auf ihr laste. Die Mädchen und Buben lauschen gebannt und sind mitten in der Geschichte des Films. Schliesslich rufen alle dreimal laut: «Klein, klein, klein!» und schaffen es so – bevor es «Film ab!» heisst – die Erzählerin von ihrem Fluch zu befreien.
Mitgliedschaft für die verbleibenden Vorstellungen (14.3., 4.4., 23.5. und 13.6.): www.zauberlaterne-aarau.ch.