In grossen Städten holt man mit Veganismus keinen mehr hinter dem Ofenbänkli hervor. Das haben auch die Veranstalter der «Veganmania» gemerkt. Das grosse vegane Streetfood-Festival fand die letzten vier Jahre in Winterthur statt. Weil der Platz für die über 5000 Besucher nicht mehr ausreichte, suchte der Veranstalter Swissveg nach Alternativstandorten.

Zürich kam nicht infrage, auch in Basel oder Bern gibts schon genug vegane Bewegungen – so beschloss man, «nun auch das Mittelland, vor allem den Aargau zu bereichern», wie es Bettina Pfiffner von Swissveg ausdrückt. Denn punkto Veganismus sei «der Aargau noch etwas jungfräulicher». Und Aarau sei als Austragungsort perfekt: «Viele kleine Läden zieren die Altstadt, vergleichbar wenige Grossketten haben sich in Aarau niedergelassen. Das ist definitiv noch ein Unikat und passt super zur Veganmania, denn wir unterstützen mit dem Strassenfest junge Startups, die sich in der Branche etablieren wollen.»

Mit rund 80 Ständen wird die Veganmania so gross wie noch nie. Deshalb haben die Veranstalter entschieden, nicht nur den Platz Zwischen den Toren, die Markthalle und den Färberplatz zu belegen, sondern zusätzlich noch den Schlossplatz zu mieten. «Mit dem Gemüsemarkt, der am Vormittag am Graben stattfindet, wird die ganze Altstadt grün», freut sich Pfiffner.

Unbedingt hungrig kommen

Das Foodfestival richtet sich nicht nur an Veganer oder Vegetarier, sondern ganz bewusst auch an Fleischesser, die sich für eine nachhaltige Lebensweise interessieren. «Wir möchten zeigen, dass ein veganer Burger, Glaces oder leckere Empanadas nicht nur delikat sind, sondern auch etwas für die Umwelt tun können», sagt Pfiffner So gebe es zum Beispiel sechs Weinstände, wo man Weine probieren kann, die nicht mit Gelatine oder Eiweiss geklärt und geschönigt wurden.

«Auch die unterschiedlichsten Länder sind vertreten – so haben wir Empanadas aus Kolumbien, Spezialitäten aus Peru, viel Schweizer Küche, Kebab, Pasta und vieles mehr.» Auch frische Smoothies, vegane Glaces, Camemberts und Frischkäse werden geboten. «Zum Starten in den Tag würde ich unser reichhaltiges Brunch-Buffet empfehlen welches um 9.30h in der Markthalle startet und von einer jungen Köchin kreiert wird», sagt Pfiffner. An der Veganmania könnten also auch überzeugte Fleischtiger etwas für ihren Geschmack finden. Und notfalls ist Ömer gleich um die Ecke.

Das Rahmenprogramm umfasst unter anderem eine Urban Gardening Tour durch Aarau, einen Backkurs oder eine geführte Shoppingtour. Ganz Mutige – und Schmerzfreie – können sich vor Ort ein veganes Tattoo stechen lassen. Dabei wird Farbe verwendet, welche kein Schellack enthält (eine harzige Substanz, die aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen wird). Um 15 Uhr wird das wahrscheinlich grösste vegane Chäschüechli präsentiert. Zudem gibts Kochshows, einen Wildkräutervortrag, Yoga sowie eine fairtrade-vegane Modenschau.