Erlinsbach SO
Aktualisiert am 03.02.12, um 16:25 von Sabine Kuster
 

Erlinsbach: Anwohner sammeln jetzt Unterschriften gegen Steinbrucherweiterung

Am Gugen in Erlinsbach SO soll schon bald wieder Juramergel abgebaut werden.
Im Steinbruch am Gugen könnte schon bald wieder Juramergel abgebaut werden. Anwohner des Steinbruchs wehren sich jedoch vehement dagegen. Jetzt sammeln rund 30 Erlinsbacher Unterschriften gegen die Erweiterung: Das Problem sind die Lastwagen. von Sabine Kuster
 

Der Streit dauert nun schon zwei Jahre: Im Steinbruch am Gugen könnte bald wieder Juramergel abgebaut werden. Der Solothurner Richtplan soll dementsprechend geändert werden.

Rund 30 Erlinsbacher Einsprecher erreichten im Sommer 2010, dass das Abbaugebiet um knapp die Hälfte von 2,1 Hektaren auf 1,2 Hektaren verkleinert wurde.

Für die Anwohner war dies ein schwacher Trost: Den Lastwagenverkehr würden sie auch so haben – sobald die Firma Huber, welcher der Steinbruch gehört, den Abbau wieder aufnähme. Es wird im Durchschnitt mit zehn Lastwagen plus Werkverkehr pro Tag gerechnet.

Keine der beiden Strassen passt

Die Einsprecher hatten den Schutz des Naherholungsgebietes geltend gemacht und dass das Gebiet in der Juraschutzzone liege. Hauptkritikpunkt sind die Lastwagen – und damit der Anfahrtsweg.

Wird am Gugen wieder Stein abgebaut, gibt es zwei Möglichkeiten für die Steintransporte: Über die bestehende Gugenstrasse oder Richtung Stüsslingen via einen auszubauenden Feldweg (Gebiet Muggeloch) von der Stüsslingerstrasse her.

Die Gugenstrasse zweigt in Erlinsbach SO steil von der Stüsslingerstrasse ab, ist schmal, mit der Geschwindigkeitslimite Tempo 30 belegt und verläuft ausserdem zuerst durch Wohngebiet.

Für den Gemeinderat ist dieser Weg keine Option. Doch der Kanton Solothurn befand in einer Stellungnahme im Februar 2011, eine Abzweigung zur Stüsslingerstrasse wäre ebenfalls zu steil und das Einspuren auf die Ausserortsstrasse mit Tempolimite 80 km/h zu gefährlich.

Fahren die Lastwagen so oder so?

Die Gemeinde ist nun daran, einen Vergleich der beiden Erschliessungsmöglichkeiten für das Amt für Raumplanung zu erstellen. Der Gemeinderat hatte am Entwurf der beauftragten Ingenieure nichts auszusetzen. Er ist nicht grundsätzlich gegen die Erweiterung.

Vorbehalte hatten jedoch die Anwohner der Gugenstrasse. Zum Beispiel, dass es im Dokument heisst, Transporte würden so oder so noch während zehn bis 20 Jahren durchgeführt – selbst, wenn nicht mehr Gestein abgebaut würde. Denn der alte Steinbruch müsse wieder aufgefüllt und rekultiviert werden. Was dann ebenfalls für Lastwagenfahrten sorgen würde.

«Wer sagt, dass der Steinbruch zwingend rekultiviert werden muss?», fragen sich die Anwohner, von denen sich keiner exponieren und namentlich genannt werden möchte. Sie vermuten, man wolle mit diesem Satz nur erreichen, dass es für die Erlinsbacher keinen Unterschied machen würde, ob sie der Steinbrucherweiterung nun zustimmen oder nicht.

Das ganze Dorf soll mitreden

Die Anwohner haben sich nun zur «Gemeinschaft Gugen» zusammengeschlossen und sammeln ab nächster Woche Unterschriften. Seit letzter Woche liegen bei der Post, der Bäckerei Leuenberger und in der Drogerie Unterschriftenbögen gegen den Steinbruchausbau auf.

«Wir wollen, dass endlich alle in den Dialog eingebunden werden, nicht nur die Anwohner, sonst ist das nicht demokratisch», findet die Gemeinschaft Gugen. «Wenn die Mehrheit der Erlinsbacher diese Steinbrucherweiterung wirklich wollen, ist es für uns auch o.k.»

Ihnen gehe es darum, dass «das Dorf zwischen zwei Steinbrüchen nicht kaputtgemacht wird»: Das zweite neue Abbaugebiet soll in der Kiesgrube Birch Nord entstehen. Der Kanton hat entschieden, dass diese erweitert werden darf.

Dagegen hatte sich der Gemeinderat deutlicher geäussert, sie sei «absolut nicht erwünscht und nicht zumutbar», denn das Gebiet liegt dichter am Wohngebiet und wird neu geschaffen. Den Anwohnern am Gugen genügt die Begründung nicht, sie wundern sich, warum der Gemeinderat nicht auch gegen «ihren» Steinbruch ist.

(az)
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