Die Kunsteisbahn Aarau muss den Betrieb nach 16.30 Uhr einstellen. Das betrifft Hunderte Jugendliche und Eishockeyaner. Ein Fehler in der Baubewilligung (siehe unten) ermöglichte es Anwohnern der Eishalle, gegen abendliche Veranstaltungen vorzugehen.

Zu den Einsprechern gehört das Ehepaar Spichtig, das gleich neben der Halle wohnt. Madeleine Spichtig will nicht den Sündenbock für das Durcheinander spielen, das durch die Einsprachen nun entstanden ist. Der Fehler liege bei der Standortgemeinde Suhr und deren Baubewilligung für die Halle, sagte sie gegenüber Tele M1: "Ich habe kein schlechtes Gewissen."

Doch worum geht es dem Suhrer Ehepaar? "Wir wollen einfach, dass um 22 Uhr Schluss ist. Wegen der Kinder, die im Quartier wohnen und wegen der Leute, die am Morgen wieder arbeiten gehen müssen."

Der Aarauer Stadtrat Hanspeter Hilfiker kontert: "Man kann doch nicht sagen, man habe nichts gegen Kinder und Jugendliche, um dann gleichzeitig deren Aktivitäten zu verunmöglichen." Die von den Einsprechern geforderte Schliessungszeit sei für solche Aktivitäten einfach nicht realistisch.

Vorläufig gilt: Um 16.30 ist Schluss

Seit Donnerstagnachmittag ist klar: Die Kunsteisbahn Aarau muss täglich ab 16.30 Uhr schliessen, und zwar ab sofort. Dies hat das kantonale Baudepartement verfügt, die Hallenbetreiber verzichten darauf den Entscheid ans Verwaltungsgericht zu bringen. Der Grund: Sie hätten kaum Chancen auf Erfolg, wie Heinz Zaugg, Präsident der Keba Aarau an einer Orientierung sagte.

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«Tele M1» war am Donnerstagabend in der Keba vor Ort. Diese muss ab Freitag um 16.30 Uhr ihre Tore schliessen.

Rund 100 Einsprachen

Die Vorgeschichte: Bei der Formulierung des ersten Baugesuches für die Totalsanierung der Keba ist der Stadt Aarau und dem Totalunternehmer Priora ein Fehler unterlaufen. Als Betriebszeit wurden die Zeiten des öffentlichen Eislaufes eingetragen (bis 16.30 Uhr). Mit einem Zweiten Baugesuch versuchten die Behörden im März 2016 ihr Versäumnis auszubügeln. Aber dagegen gingen rund 100 Einsprachen ein. Diese sind noch nicht behandelt.

Ende November wurde die Anlage eröffnet  - und so betrieben, wie es im zweiten Baugesuch vorgesehen wäre (Betriebszeiten bis am späten Abend). Das passte den Einsprechern nicht: Sie machten so viel Druck auf die Keba-Standortgemeinde Suhr, dass diese handeln musste. Der Gemeinderat Suhr verfügte die Einhaltung der ersten Baubewilligung (Betriebsschluss 16.30 Uhr) und er entzog seiner Verfügung die aufschiebende Wirkung.

Gegen Letzteres reichte die Keba beim Kantonalen Baudepartement Beschwerde ein. Dieses hat nun ­- in einem Zwischenentscheid - die Suhrer Verfügung gestützt (keine aufschiebende Wirkung). Darum muss der Betrieb auf der Keba ab sofort um 16.30 Uhr eingestellt werden. So lange, bis allenfalls das zweite Baugesuch (verlängerte Öffnungszeiten)  rechtsgültig bewilligt ist.

Hilfiker gesteht Fehler ein

Stadtrat Hanspeter Hilfiker gibt im Interview mit der az Fehler zu und hofft auf Kompromissbereitschaft der Einsprecher. (jk/az)

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