Viele Buchserinnen und Buchser staunten am Montag nicht schlecht, als um 18.22 Uhr die WSB im neuen Bahnhof im Dorf einfuhr. Die Bahn war allerdings noch nicht für Reisende unterwegs, Mitarbeiter durften auf der ersten Fahrt nach Suhr mitreisen. Sie hätten sich dieses Privileg verdient, schliesslich seien sie diejenigen, die den Betrieb
sicherstellten, sagt Mathias Grünenfelder, Direktor von AAR Bus + Bahn.

Auch in den nächsten Tagen wird die Bahn auf der neuen Strecke zwischen Aarau, Buchs und Suhr öfter zu sehen sein. So testet die WSB mit Probefahrten, ob die Bahn für den 22. November 2010 gerüstet ist. Dann soll nämlich um 5.26 Uhr zum ersten Mal die WSB auf dem neuen Trassee für die Öffentlichkeit von Aarau nach Suhr fahren.

Mängelliste: Vier Seiten lang

Vorerst müssen aber die bei den Tests festgestellten Mängel bereinigt werden. Vier A4-Seiten lang ist die Liste. «Darunter ist aber nichts, das sicherheitsrelevant sein könnte. Wir sind auf Kurs», präzisiert Grünenfelder.

Bei den Probefahrten, die zurzeit durchgeführt werden, begutachtet die WSB sämtliche Anlageteile. Bei einer vorgängigen Prüfung wurden zudem alle Signal- und Barriereanlagen überprüft.

Entlastung für alle

Auf den 22. November warten alle Betroffenen sehnlichst. Denn bislang verkehrte die Wynental- und Suhrentalbahn auf der Kantonsstrasse zwischen Aarau und Suhr, einer stark befahrenen Einfallsachse von Aarau mit täglich bis zu 18000 Fahrzeugen. Deshalb ist die WSB auf der Strasse für alle Verkehrsteilnehmer gefährlich. Auch die WSB hat Nachteile auf der Strasse. So wird es zunehmend schwieriger, den Fahrplan einzuhalten. Das Projekt hat allerdings seinen Preis: Über 100 Millionen Franken hat es gekostet. Daran beteiligt sich der Bund mit 46 Millionen Franken.

Nächste Baustelle kommt bald

Für Mathias Grünenfelder ist jetzt schon klar, dass sich die Investitionen gelohnt haben und das Grossprojekt erfolgreich sein wird. «Der öffentliche Verkehr wächst weiterhin und wir hoffen natürlich, dass wir mit diesem Projekt noch mehr Personen auf die Bahn bringen können», sagt Grünenfelder.

Nach der Inbetriebnahme im November folgt der Rückbau der WSB-Strecke auf der Kantonsstrasse. Dabei werden Signale und Fahrleitungen entfernt. Die Gleise auf der Strasse bleiben vorerst, die Rillen werden jedoch aufgefüllt, damit Velofahrer nicht verunfallen.