Der Herzogplatz im Gönhard ist für Verkehrsteilnehmende mitunter eine Herausforderung. Hier treffen die Herzogstrasse, die Westallee, die Gotthelfstrasse und die Bachstrasse aufeinander. Die Kreuzung ist als Tempo-50-Knoten ausgebaut, es gilt aber schon seit längerer Zeit Tempo 30. Vor über einem halben Jahr lag ein Baugesuch auf, das zum Ziel hatte, den Knoten umzubauen. Auslöser des Projekts waren Werkleitungs- und Belagsarbeiten. Aber die Stadt plant, den Herzogplatz bei dieser Gelegenheit gleich ganz umzugestalten.

Insgesamt soll der Knoten übersichtlicher und für die schwächeren Verkehrsteilnehmer sicherer werden, so die Absicht der Projektverfasser. Doch gegen das Baugesuch gingen zwölf Einsprachen ein. Die meisten bemängelten, dass die bisherigen Fussgängerstreifen vollständig aufgehoben werden sollen. Das entspricht dem Credo der Stadt und den Normen, in 30er-Zonen möglichst keine Fussgängerstreifen mehr zu markieren. Fussgänger dürfen dann im Prinzip überall queren, haben aber keinen Vortritt mehr.

Bau dauert ein halbes Jahr

Der zuständige Stadtrat Werner Schib sagt, die Verhandlungen mit den Einwendern seien abgeschlossen. Einzelne Einsprachen wurden zurückgezogen. Der Stadtrat wird Ende März oder Anfang April über das Baugesuch entscheiden. Schib will sich nicht dazu äussern, ob doch noch Fussgängerstreifen ins Spiel kommen. «Grundsätzlich ist der Stadtrat der Meinung, dass sich unser bisheriges Regime bewährt hat, wonach Fussgängerstreifen in 30er-Zonen nur noch unmittelbar bei Schulen angebracht werden. Es hat ja auch Vorteile, wenn Fussgänger die Strasse überall queren dürfen.» Dennoch beharre man nicht stur auf diesem Standpunkt und habe die Situation am Herzogplatz aufgrund der Einsprachen nochmals genau geprüft.

Sobald der Entscheid über das Baugesuch gefällt und rechtskräftig ist, kann mit dem Bau begonnen werden. «Die Ausschreibung ist erfolgt und das Geld liegt bereit», bestätigt Schib. Die Stadt Aarau rechnet mit Baukosten von rund 312 000 Franken und einer Bauzeit von sechs Monaten.