«Was ist ein guter Film? Eine Frage, die nicht alle gleich beantworten», warf die Moderatorin gleich zu Beginn der Preisverleihung in die Runde. Kontrovers war offensichtlich auch in der Jury diskutiert worden. Franziska Reck, Filmproduzentin aus Lenzburg, Jaap Achterberg, Schauspieler und Marc Griesshammer, Kurator im Stadtmuseum Aarau, waren für die Bewertung der am One Minute Film- &Video-Festival gezeigten Darbietungen zuständig.

Zum 11. Mal wurden am Samstag Preise in den Wettbewerbskategorien Spiel- und Dokumentarfilm, Kunst- und Experimentalfilm, Animationsfilm, U20 und U20 Schulprojekte, Ü65, bester Aargauer Film sowie ein Publikumspreis vergeben. Gleich in zwei Kategorien schwangen Kurzfilme mit Büsi-Geschichten obenauf.

Zwei Katzenfilme gewannen Preis

Beim Beitrag «Für die Katz», der Puppenspielerin Tine Beutel, war dies «die künstlerische Umsetzung einer Katzenpuppe auf Film sowie die Abstimmung der Musik auf die Handlung», so die Jury. Beutel kam persönlich auf die Bühne, um den Preis für den besten Aargauer Film entgegen zu nehmen. «Eigentlich dachte ich, der Produktionsaufwand sei für die Katze.», lachte sie, während sie sich für den Preis bedankte.

«Der Film war ein Experiment, 2D und 3D zu mischen.» Seine Katze bescherte auch Rudolf Schinz einen Preis. Mit «Cat Flap 2» gewann er in der Kategorie Ü65. In seinem Film benutzt seine neue Katze nach langem Zögern zum ersten Mal die alte Katzentüre. «Die Kamera sass auf der Lauer», lachte der Gewinner. Stunden habe die Aktion gedauert, er musste mehrmals das Band wechseln. Ob als Aufnahme einer echten Katze oder künstlerisch aufbereitet und verfremdet: Das Thema Katze kam bei den kritischen Juroren sehr gut an.

Beim beliebtesten Publikumsfilm hingegen ging es nicht um verspielte Vierbeiner. In diesem Streifen ging es gar rabiat zu und her: Den Publikumspreis bekam «Taschendieb» von Nick Flückiger. Ein Langfinger bekommt Frauenpower zu spüren. Die Damen sind wehrhaft und schlagen schon mal mit ihren Regenschirmen energisch auf den Dieb ein. Den Preis für das Schulfilmprojekt nahm der Lehrer entgegen. «Um diese Zeit sind die Schüler entweder im Bett oder im Ausgang.» Und: Dass es nur einen männlichen Darsteller gab, war eher Zufall. «Es hatten sich mehr Frauen als Männer für den Kurs angemeldet.»

Themen und Umsetzung waren auch bei den nicht prämierten Filmen vielseitig. Ein Mann, der sich Kaffee übers Hemd leert, statt ihn zu trinken. Ein Rollatorgrundkurs oder der Umgang mit dem Thema Abfall. In 60 Sekunden wurden Geschichten erzählt, Lebensweisheiten enthüllt, groteske Kunst auf den Bildschirm gezaubert, zum Nachdenken angeregt. Und kaum hatte ein Film angefangen, war er auch schon wieder vorbei.