Sie können die fünfte Jahreszeit kaum erwarten: die Gugge Wyberg-Schränzer aus Aarau. Seit letztem August übt die 28-köpfige Fasnachts-Crew ihr Musik-Programm, das sie bald der Öffentlichkeit vorspielen wird. Zum Beispiel an der beliebten Bahnhof-Schränzete morgen Samstag, die zum sechsten Mal durchgeführt wird. «Das ist nicht nur für Pendler und Aarauer Fasnachtsfans ein Highlight, sondern auch für uns», sagt Philip Hunziker, Präsident der Wyberg-Schränzer.

«Jedes Jahr haben wir viele Anfragen von Guggen aus der Region, aber da die bewilligte Zeit auf drei Stunden beschränkt ist, können leider nicht alle auftreten», sagt er. Nur sechs Guggen werden sich auf der Treppe bei der Apotheke zwischen 13 und 16 Uhr abwechseln können. Und sich am Schluss dann zu einer Monster-Guggete zusammenschliessen und gemeinsam musizieren.

«Inspiriert wurden wir von der Luzerner Fasnacht, die schon lange auch im Bahnhof spielt», sagt Hunziker. Aber nicht nur in dieser Hinsicht ist die einzige Aarauer Gugge Luzern-orientiert. Als eines der Highlights nennt Hunziker den Luzerner Urknall am Schmutzigen Donnerstag. Der harte Kern der Gugge wird dann mit einem alten Kostüm um 3.30 Uhr mit einem Büssli nach Luzern fahren. «Das gehört mittlerweile zur Tradition», sagt er. Genauso wie der Kafi-Lutz am Morgen früh.

«Ja, der Alkohol gehört bei der Fasnacht halt auch dazu», sagt Hunziker. Diesen brauche es manchmal, um sich in der Kälte warm zu halten. «Wir halten uns aber bis zum letzten Auftritt zurück», sagt Hunziker. «Klar, wenn dieser um 1.30 Uhr morgens ist, dann wurde es auch schon ein bisschen kritisch, aber bis jetzt war alles noch im Rahmen.» Bei den Wyberg-Schränzern, wo das jüngste Mitglied 20 Jahre jung und das älteste 64 Jahre alt ist, stehe die Musik an erster Stelle, sagt Hunziker. Aber auch das kollegiale Vereinsleben sei stark ausgeprägt und wichtig. «Viele Gäste machen uns für unseren Zusammenhalt Komplimente», sagt Hunziker. Die Mitgliederzahl der Gugge variiert jedes Jahr zwischen 25 und 35. Hunziker ist zufrieden: «Plus minus dreissig Mitglieder ist für uns eine ideale Zahl.»

Das Thema wird dieses Jahr wie bei der letzten Edition «Eiszeit» sein. Auch die Kostüme sind die gleichen. «Der Aufwand und die Kosten sind zu hoch. Deshalb gibt es bei uns nur alle zwei Jahre ein neues Kostüm und Motto», sagt der Präsident. Die zwei Fasnächtlerinnen, die für die Schminke zuständig sind, werden sich dafür umso mehr mit einem neuen Make-Up bei der Gugge austoben können.