Es reicht kaum, um das Popcorn runterzuschlucken: 60 Sekunden dauert ein einzelner Film, dann fängt der nächste an. Wer innert einer Minute eine Geschichte erzählen und das Publikum packen will, muss klare Aussagen machen. Egal ob Spielfilm oder Dokumentation, egal ob traurig, nachdenklich oder lustig – die 60 Sekunden müssen kompakt, prägnant und knackig sein.

In den Sälen im Kino Ideal an der Kasinostrasse und im Kino Freier Film an der Laurenzenvorstadt 85 in Aarau gibt es in den kommenden Tagen eine ganze Palette solcher Filme zu sehen: Rund 1000 Einminuten-Filme aus allen Sparten und Ecken der Welt werden von Donnerstag bis Sonntag am One Minute Film & Video Festival gezeigt.

Fast unerwartetes Jubiläum

Dieses Jahr feiert das Festival nicht nur die Filmemacher, sondern auch sich selbst: Es ist bereits die zehnte Ausgabe; das Festival hat sich in den Jahren zu einer festen Grösse in der Schweizer Filmfestivalszene gemausert und ist in seiner Sparte sogar einzigartig. «Wir hätten bei der Lancierung nie damit gerechnet, dass das Festival so lange erfolgreich leben würde», sagt Stephan Filati, seit Anfang an im Organisationskomitee dabei. «Dass wir dieses Jahr Geburtstag feiern können, ist eine schöne Bestätigung.» Zur Feier des 10-Jahr-Jubiläums haben einige Schweizer Filmfestivals ihre besten Filme zur Verfügung gestellt, weiter wird ein Best-of aus zehn Jahren Festival gezeigt.

Jeder Film wird gespielt

Feiern dürfen auch einige Regisseure: In drei Kategorien – Spiel- und Dokumentarfilm, Animation und Experimentalfilm – werden die 40 besten Filme von einer Jury bewertet und mit dem One Minute Award prämiert. Diese Filme wurden in den letzten Wochen ausgewählt, gezeigt werden aber sämtliche eingereichten Werke. «Das ist seit Beginn des Festivals einer unserer Grundsätze: Wir zeigen jeden Film, der uns zugeschickt wird», sagt Filati.

Den jungen Filmemachern wird mit den Kategorien U20, Schulklassen und Wald U20 die Möglichkeit geboten, ihre Filme zu zeigen. Zudem wird der beste Aargauer Film gekürt und ein Publikumspreis verliehen.

Vielfältiges Programm

Nach diversen Schulvorstellungen und Underground-Filmen im Aufschluss Meyerstollen am Bahnhof Aarau am Donnerstag wird das Festival am Freitag um
19 Uhr offiziell eröffnet; unter anderem mit den audiovisuellen Performances von «pulp.noir». Die Musiker experimentieren mit tripartigen Videoclips, die sie mit Instrumenten, Geräuschen und Stimmen vertonen. Am Samstag startet um 13 Uhr beim Kino Freier Film der Instantwettbewerb, bei welchem zwölf Teams innert drei Stunden eine einminütige Neuinterpretation eines Hollywoodklassikers drehen müssen. Zwischen 16 bis 18 Uhr finden diverse Workshops statt, ab 18 Uhr beginnen die Vorstellungen. Am Sonntag treffen sich Interessierte zum öffentlichen Filmemacherbrunch (11 Uhr) und weiteren Vorstellungen (ab 15.30 Uhr).

Filati freut sich auf die Jubiläumsausgabe, hofft aber inständig auf schlechtes Wetter: «Es wäre schade, die Sonne zu geniessen und dafür die vielen Perlen in unserem Programm zu verpassen.»

Das ausführliche Programm finden Sie hier.