Was für ein Einstand. Beim lockeren 6:1-Testspielsieg über den Erstligisten GC U21 war Neuzugang Nico Siegrist einer der auffälligsten Akteure auf dem Feld. Er ackerte, grätschte und vor allem: er traf. Doppelt, versteht sich. Dazu reichten ihm bescheidene 45 Einsatzminuten. «Mein Ziel ist es, endlich wieder regelmässig auf dem Platz zu stehen. Beim FC Luzern war meine Situation mehr als unbefriedigend», betont Siegrist, der beim Super-League-Zweiten nie so recht über die Reservistenrolle hinauskam.
Spiellust statt Bankfrust
Mit dem Wechsel zum hiesigen Challenge-League-Vertreter will Siegrist seiner Karriere neuen Schwung verleihen. Endlich wieder Spiellust, statt ewigen Bankfrust. Voller Tatendrang verspricht der 20-Jährige: «Ich will am Ende der Saison sagen können, dass ich der Mannschaft geholfen habe.»
Seine unbestrittene Klasse liess der Adligenswiler in der kurzen Einsatzzeit mehrmals aufblitzen. Nahtlos fügte er sich ins Kollektiv ein und war von Anfang an präsent. Auch von den Mitspielern wird Siegrist geadelt: «Nico wird für uns eine Verstärkung sein», sagt Aussenverteidiger Silvan Widmer.
Sturmproblem behoben?
Durchatmen kann nun auch FCA-Trainer René Weiler. Mit Siegrist kann der Coach endlich auf zwei Vollblutstürmer zurückgreifen. «Mit Nico haben wir einen guten Transfer getätigt. Er macht einen starken Eindruck», freut sich Weiler.
Eingefädelt wurde das Leihgeschäft erst in den letzten Tagen. Nach dem zähen und letztlich vergebenen Ringen um Sions Guilherme Afonso hat man jetzt einen mehr als adäquaten Ersatzmann gefunden. «Wir hatten Siegrist schon länger auf dem Radar. Nach den gescheiterten Verhandlungen mit Afonso war er unsere erste Wahl», sagt Aarau-Sportchef Urs Bachmann.
Viele positive Eindrücke
Bei all dem Trubel um den Neuzugang geriet das Testspiel im Aarauer Schachen fast schon zur Nebensache. Eigentlich schade, denn der FCA präsentiere sich gut zwei Wochen vor Saisonstart in guter Frühform.
Gegen den GC-Nachwuchs übernahmen die Hausherren von Anfang an das Spieldiktat. Durch zwei Tore von Siegrist und dem wieder erstarkten Aco Stojkov war die Partie bereits zur Pause entschieden. Die Treffer von Mittelfeldstratege Alain Schultz und Flügelflitzer Marco Aratore in der zweiten Hälfte waren nicht mehr als Zugabe. Kurz vor Spielende buchten die Gäste unter der Leitung von Ex-Aarau-Trainer Ranko Jakovljevic immerhin noch den Ehrentreffer.
Am Ende des Tages überwiegen die positiven Eindrücke, auch wenn die U21 von GC (7. Platz in der 1. Liga Gruppe 2) kein wirklicher Gradmesser war. Langsam aber sicher fügen sich die einzelnen Teile im Aarauer Kollektiv immer besser zusammen. Mit Nico Siegrist kam nun das letzte, und eines der wichtigsten dazu.